Warum schmilzt Streusalz das Eis?

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Skifahren, Rodeln oder lange Schneeschuh-Spaziergänge - Schee ist toll! Leider bedeutet das Minustemperaturen. Und das heißt: Straßen, Bürgersteige und Hofeinfahrten werden durch überfrierende Nässe schnell zur gefährlichen Rutschbahn. Abhilfe schafft Streusalz. Aber warum schmilzt das Eis eigentlich, wenn man Salz darüber streut?

Eiskristalle sind echte Schönheiten. Leider sind als gefrierende Nässe im Straßenverkehr sehr gefährlich. Deswegen setzt man Streusalz ein, um Wassermoleküle aus dem Eisgitter herauszulösen (Foto: Aaron Burden, Stocksnap, CC0).

Eiskristalle sind echte Schönheiten. Leider als gefrierende Nässe im Straßenverkehr sehr gefährlich. Deswegen setzt man Streusalz ein, um das Eisgitter aufzulösen und den Gefrierpunkt des Wassers herabzusenken (Foto: Aaron Burden, Stocksnap, CC0).

Warum schmilzt Streusalz im Winter das Eis? (Foto: Dirk Vorderstraße, flickr, CC BY 2.0).

Dank Streusalz wird der Straßenverkehr im Winter also sicherer. Aber Salz hat auch Nachteile. Zum Glück gibt es Alternativen, wie zum Beispiel Split (Foto: Dirk Vorderstraße, flickr, CC BY 2.0).

Weil das Streusalz die Bildung der Eiskristallen stört und den Gefrierpunkt des Wassers (besser: Salzlösung) herabsetzt. Das funktioniert so:

Wasser hat drei Aggregatszustände: fest, flüssig und gasförmig. Zwischen 0 und 100 Grad ist es flüssig, bei mehr als 100 Grad verdampft es. Und bei weniger als 0 Grad beginnen die Wassermoleküle zu gefrieren, so dass ein festes Kristallgitter entsteht. An der Eisoberfläche sind die Wassermoleküle jedoch nur lose miteinander verbunden und bilden einen dünnen Wasserfilm.

Wassermoleküle lösen sich aus dem Eiskristall

Fällt Streusalz auf diesen Wasserfilm, spaltet er sich in positiv geladene Natrium- und negativ geladene Chloridionen. Um diese Chloridionen zu binden, docken die Wassermoleküle mit ihrer positiv geladenen Seite an. Auf der anderen Seite docken die Natriumionen an. Negativ und positiv verbinden sich also immer.

Dieser Vorgang bewirkt, dass die Natrium- und Chloridionen kontinuierlich Wassermoleküle aus dem Eiskristall herauslösen. So wird die Kristallbildung gestört, das Eis taut und es entsteht eine Salzlösung.

Die Zugabe von Salz zu Wasser verhindert zudem, dass Wassermoleküle bei unter 0 Grad Eiskristalle aufbauen, denn die Salzlösung gefriert erst bei geringeren Temperaturen (bei minus 21,3 Grad). Dadurch sinkt der Gefrierpunkt des Wassers.

Streuen oftmals verboten

Wenn das Salz so nützlich ist, warum ist das Streuen damit dennoch in vielen Städten und Gemeinden verboten? Salz ist als Streumittel oftmals nicht gern gesehen, weil es die Umwelt und die Fahrzeuge schädigt. Denn die im Auftausalz enthaltenen Chloridionen haben eine zerstörende Wirkung auf Betonteile, Stahlträger und Fahrzeuge.

Zudem beschädigt das Salz bei Tieren die empfindliche Haut der Zehenzwischenräume. Sie lecken die gereizten Stellen sauber, wodurch es kommt zu Entzündungen kommt, die wegen des Salzes nur langsam abheilen. 

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