Bewerbung: Was, wenn das „Corona-Zeugnis“ schlecht aussieht?

Kategorie: Ausbildung, Stories, Rheinland-Pfalz

Homeschooling war nicht so euer Ding? Deshalb hat die eine oder andere Note gelitten? Keine Sorge: Wir geben euch Tipps, wie ihr das bei einer Bewerbung für eine Ausbildung gut erklären könnt. Zögert nicht, euch auch mit schlechteren Noten zu bewerben! Wir verraten euch, wie ihr am besten vorgeht.

Homeschooling hat das Zeugnis verhagelt? Der Chemie Azubi verrät euch, wie ihr bei eurer Bewerbung trotzdem einen guten Eindruck hinterlasst. (Foto: kaboompics; smileys von rawpixel, Adjima, CC0)

Mittlerweile gibt es einige Umfragen, die zeigen, wie Schülerinnen und Schüler das Homeschooling erlebt haben. Die meisten von euch waren nicht gerade begeistert.

Beispielsweise glaubt die Mehrheit laut einer Erhebung, sie hätte Stoff verpasst. Vielleicht, weil ihr durch die Situation viel weniger Zeit mit den Inhalten verbracht habt. Oder weil euch das Homeschooling einfach erschöpft hat.

Wie mit schlechteren Noten bewerben?

Das sind verständliche Gründe, warum einige Noten schlechter als erwartet ausgefallen sind. Das ist natürlich blöd, wenn ihr mit diesem Zeugnis bewerben müsst.

Wie könnt ihr mit den „Corona-Noten“ umgehen? Der ChemieAzubi hat die Ausbildungsbetriebe gefragt, ob sich Schülerinnen und Schüler trotz schlechter Noten bewerben sollten. In ganz kurz:

"Auf jeden Fall. Es geht ja vielen Schülern so."

Ja und Nein -  Noten sind wichtig, aber:

Da ihr noch am Anfang eures Berufslebens steht, haben die Unternehmen nicht viel mehr Anhaltspunkte, um sich ein Bild über eure Lern- und Leistungsbereitschaft zu machen. Weil man auch in der Berufsausbildung in der Berufsschule lernen muss, sagt ein Betrieb: „Es ist eine gute schulische Leistung und Grundwissen in den betroffenen (Haupt)-Fächern notwendig, um die Lernziele der Ausbildung zu erreichen.“

Ein anderer Betrieb hält das Zeugnis als einen ersten Hinweis, aber „wichtig, dass keine unentschuldigten Fehltage gibt und das Verhalten sowie die Mitarbeit positiv im Zeugnis bewertet sind.“

Ein anderer Betrieb sagt: „Die Chance zum Einstellungstest erhält bei uns nahezu jeder. Nicht immer sind die Schüler, die gute Zeugnisse haben, auch besser in den Einstellungstests“, erklärt ein Ausbilder. Neben 1. Zeugnisnoten und 2.dem Ergebnis des Einstellungstests spielen für andere Betriebe 3. der persönliche Eindruck eine Rolle: „Der Einstellungstest, genau wie die Schulnoten sind nicht der alleinige Grund für eine Einstellung. Die ganzheitliche Betrachtung ist uns hierbei wichtig.“

Es kommt auch auf die Richtung an: bei Kaufleuten sind Sprachen wichtiger; bei technischen Berufen MINT-Fächer: „Natürlich zählt das Zeugnis, gerade aber für technische Ausbildungsberufe ist die Hürde nicht allzu hoch.“

Immer jede Chance nutzen

Auch wenn eure Corona-Noten besser sein könnten, solltet ihr nicht eure Bewerbung hinauszögern, bis das nächste Zeugnis auf dem Tisch liegt. „Das Warten auf ein Abschlusszeugnis ist erstmal keine Lösung“, so ein Mitarbeiter einer Personalabteilung.

Ein anderer Ausbildungsbetrieb will euch so Mut machen: „Sich etwas zutrauen und an sich glauben ist immer der richtige Weg. Daher bitte immer versuchen, statt die Chance vielleicht zu verpassen.

Viele Betriebe brauchen die Bewerbungen ein Jahr vor Ausbildungsbeginn; teilweise ist es auch möglich, sich ein Dreivierteljahr vorher zu bewerben. Einzelne Stellen sind auch noch zwei, drei Monate frei – aber zählt nicht darauf. Wartet ihr zu lange, sind die Jobs bei eurem Wunsch-Arbeitgeber vielleicht schon weg.

Ein besseres Zeugnis nachreichen

Falls ihr noch keine Rückmeldung aus eurem Wunsch-Unternehmen bekommen habt, aber schon ein aktuelleres Zeugnis in den Händen haltet, solltet ihr dieses aktiv nachreichen. So könnt ihr untermauern, wie groß euer Interesse ist – und zeigen, dass ihr wirklich etwas getan habt, um eure Noten aufzupolieren.

Eure Motivation und Vorbereitung sind das, was überzeugt

Also: Nutzt das Anschreiben und das Vorstellungsgespräch! Bewerber:innen, die von „ihrem Berufswunsch und ihrer Persönlichkeit überzeugen können, machen damit auch ein schlechteres Zeugnis wett.“

„Viel wichtiger ist uns, wie sich ein:e Bewerber:in auf sein Gespräch vorbereitet. Sind sie über die Firma und den Ausbildungsberuf informiert? Wissen sie, was die Inhalte sind, was auf sie zukommt? Kann ich bei ihnen die Motivation und den Willen erkennen, diese Ausbildung machen zu wollen? Können sie sich selbst einschätzen, was ihre Stärken und Schwächen betreffen und ob die Ausbildung das Richtige für sie wäre?“

Einmal abgelehnt, immer abgelehnt? Nein: es gibt eine zweite Chance!

Ihr habt trotzdem eine Absage erhalten? Lasst den Kopf nicht hängen. Ihr könnt euch im nächsten Jahr wieder bewerben. Auch wenn die Bewerbung beim ersten Mal nicht geklappt hat, kann es beim zweiten Versuch gelingen. „Jede Bewerbung wird neu bewertet, und jeder Mensch hat die Chance sich zu verbessern. Ein Lebensjahr kann nicht nur bei den Noten, sondern auch bei der persönlichen Entwicklung eine positive Veränderung bewirken“, schreiben die Unternehmen.

„Unser Tipp: Nutzt die Chance euch auf Messen oder Veranstaltungen positiv bei Unternehmen darzustellen. Dann werdet ihr trotz mäßigem Zeugnis auf jeden Fall zum Test eingeladen.“

Wenn ihr dann eine positive Rückmeldung erhalten habt, findet ihr hier weitere Tipps für euren Bewerbungsprozess.

Ihr müsst erst Mal eine Stelle finden, auf die ihr euch bewerben könnt? Kein Thema. Schaut in der Stellenbörse bei Elementare Vielfalt nach. Hier gibt es auch viele weitere, nützliche Tipps für Ausbildung und Studium.

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