Mehr Arbeit, aber glänzende Aussichten: Warum ein Franzose eine grenzüberschreitende Ausbildung macht

Kategorie: Ausbildung, Stories, Baden-Württemberg, Industriemechaniker(in), Galvanoform

Der Elsässer Maxime Adam macht seine Ausbildung bei Galvanoform in Lahr. Die Arbeit in dem Chemie-Betrieb gefällt dem jungen Franzosen aus Huttenheim gut, auch wenn die deutschen Fachbegriffe ihm manchmal Schwierigkeiten bereiten. Dafür sind seine beruflichen Chancen nach dem Abschluss groß.

Bei der Arbeit ist Maxime Adam stets hoch konzentriert. Der Umgang mit dem Werkzeug will gelernt sein. Foto: Wirtschaftszeitung AKTIV/Sigwart

Bei der Arbeit ist Maxime Adam stets hoch konzentriert. Der Umgang mit dem Werkzeug will gelernt sein (Foto: Wirtschaftszeitung AKTIV/Sigwart).

„Bei uns heißt die Drehmaschine tourneur“, sagt Maxime Adam. „Und der Schraubstock étau“.  Für seine Arbeit hat sich der Franzose ein eigenes Wörterbuch angelegt. Maxime Adam absolviert als Grenzgänger eine Ausbildung als Industriemechaniker bei Galvanoform in Lahr. Der Chemie-Betrieb stellt Werkzeugformen für die Automobil- und Luftfahrt-Industrie her. Er ist einer der ersten Unternehmen in der Region Lahr, der einen Auszubildenden aus dem Elsass eingestellt hat. Dort liegt die Arbeitslosenquote unter jungen Schulabgängern bei 22 Prozent.

Vorteil für beide Seiten

 „Wir suchen händeringend Auszubildende und finden bei uns kaum geeignete Kandidaten“, so Geschäftsführer Jürgen Obergföll. Es liegt auf der Hand, sich im Ausland umzuschauen. Allerdings gibt es bürokratische Hürden. In Frankreich dauert die Ausbildung nur zwei Jahre, in Deutschland dreieinhalb, die Inhalte unterscheiden sich erheblich. In den französischen Berufsschulen müssen Unternehmen für Kurse extra bezahlen. Und bei einem Doppelabschluss muss der Azubi Prüfungen in beiden Sprachen ablegen.

„Hier habe ich die Chance auf eine gute Ausbildung und eine Arbeitsstelle nach der Lehre.“

 

Maxime Adam, der im französischen Huttenheim wohnt und täglich 35 Kilometer zu seiner Ausbildungsstelle mit dem Auto fährt, hat den Schritt trotz Sprachbarriere gewagt. Bei einem Ferienjob hat er Gefallen an der Arbeit gefunden.

Der angehende Industriemechaniker hat einen deutschen Ausbildungsvertrag: Er wird nach Tarif bezahlt, muss aber pro Woche 37,5 Stunden statt nur 35 Stunden wie in Frankreich arbeiten. Mit der Bezahlung in der Ausbildung ist Adam zufrieden, 850 Euro monatlich erhält ein Azubi im ersten Lehrjahr.

Seine Freunde aus Frankreich sind beeindruckt

„Meine Freunde in Frankreich waren ziemlich beeindruckt, dass ich mich traue, hier eine Lehre zu machen“, erzählt er in fast akzentfreiem Deutsch. „Aber ich lerne die Sprache schnell, da ich hier den ganzen Tag rede.“ Warum hat er sich überhaupt in Deutschland beworben? „Hier habe ich die Chance auf eine gute Ausbildung und eine Arbeitsstelle nach der Lehre“, sagt er.

Das bestätigt Jürgen Obergföll: „Wir haben hier bislang jeden Azubi nach der Lehre übernommen“ und er weist darauf hin, dass in der chemischen Industrie nach dem Berufsabschluss die besten Löhne überhaupt bezahlt würden.

Der Aufwand, einen Jugendlichen aus dem Ausland auszubilden, zahle sich für sein Unternehmen aus: „Wir bekommen Unterstützung von der Agentur für Arbeit und der Industrie- und Handelskammer“, so der Chef. Denn die Region am Oberrhein soll ein gemeinsamer Arbeitsmarkt für Franzosen und Deutsche werden. Seit 2013 gibt es ein grenzüberschreitendes Ausbildungsprogramm, das auch für das duale Studium am Oberrhein gilt.

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Unternehmensprofil

Galvanoform beliefert Kunden aus Automobilbau, Luftfahrtindustrie, Sanitärtechnik und anderen industriellen Bereichen mit erstklassigen Formen und Werkzeuge für eine effiziente und hochpräzise Fertigung. Dabei bilden eine konsequente Kundenorientierung, innovative Produkte und professionelle Dienstleistungen das Fundament des Unternehmens.

2016 erhielt Galvanoform ein Zertifikat für besondere Leistungen als Ausbildungsbetrieb der chemischen Industrie.

Ansprechpartner

Jürgen Obergföll
Galvanoform - Gesellschaft für Galvanoplastik mbH
Raiffeisenstraße 8
77933 Lahr
Tel: +49-7821-947 0