Grenzüberschreitende Ausbildung: Die Vielfalt macht’s!

Kategorie: Ausbildung, Duales Studium, Baden-Württemberg, Mechatroniker(in), Michelin Reifenwerke Karlsruhe

Die Michelin Reifenwerke in Karlsruhe waren ein Vorreiter bei der Grenzüberschreitenden Ausbildung zwischen Deutschland und Frankreich. Im Oktober 2013 startete der erste Azubi aus Frankreich dort seine duale Ausbildung. Nach vier Jahren zieht Anne Schalk, Ausbildungsverantwortliche bei Michelin, eine positive Bilanz. Die Folge: In diesem Jahr beginnen zum ersten Mal doppelt so viele Franzosen wie Deutsche ihre Ausbildung im Karlsruher Werk.

Die Ausbildungsverantwortliche bei Michelin, Anne Schalk, mit zwei erfolgreichen französischen Michelin-Azubis. (Foto: Michelin)

Die Ausbildungsverantwortliche bei Michelin, Anne Schalk, mit zwei erfolgreichen französischen Michelin-Azubis. (Foto: Michelin)

In Baden-Württemberg und besonders in der Technologie-Region Karlsruhe zeichnet sich ein steigender Mangel an qualifizierten Fachkräften ab. Im benachbarten Elsass hingegen herrscht hohe Arbeitslosigkeit, vor allem bei jungen Menschen. Die Michelin AG & Co. KGaA hat darauf schon vor Jahren reagiert: 2013 startete der erste Franzose, der 19-jährige Valentin Busche, seine Ausbildung als Instandhaltungstechniker bei Michelin. Möglich gemacht hat das ein Rahmenabkommen, das in diesem Jahr zur Förderung der grenzüberschreitenden Mobilität von Auszubildenden gestartet war.

„Unsere Ausbilder sind sehr zufrieden mit dem hohen Niveau, das die französischen Azubis mitbringen. Sie sind schon älter und haben einen Abschluss, der unserem Abitur gleichkommt, nur dass er bereits aus der technischen Fachrichtung kommt“, meint Anne Schalk, die bei Michelin für die Ausbildung verantwortlich ist. Insgesamt haben bei Michelin bereits 13 Franzosen ihren Abschluss gemacht. Alle sind übernommen worden – und bis auf einen Studierenden sind sie alle im Unternehmen geblieben.

 „Für die französischen Azubis läuft die Ausbildung ähnlich wie in Deutschlang getrennt in Theorie- und Praxisblöcken ab. Während die Berufsschule in Frankreich besucht wird, gehen sie in Deutschland in den Betrieb. Der Abschluss wird in Frankreich gemacht und in einigen Ausbildungswegen auch hier anerkannt“, berichtet Anne Schalk. Die Ausbildung ist für die Franzosen auf 2 Jahre verkürzt, da eine theoretische Vorbildung vorhanden ist.

Da die Bewerbungen von deutschen Jugendlichen weiter zurückgehen, glaubt man sich bei Michelin auf einem guten Weg. Denn in den nächsten Jahren werden im Betrieb verstärkt Fachkräfte in Rente gehen. Jedes Jahr versucht das Unternehmen drei bis fünf Mechatroniker von deutscher Seite auszubilden - bei guten schulischen Voraussetzungen sogar mehr. Die französischen Azubis kommen außerdem dazu. Sie standen nie in Konkurrenz zu den deutschen, betont Anne Schalk: „Jeder bringt für sich selbst große Stärken mit, die wir durchwegs brauchen. Diese Vielfalt ist absolut positiv“. In diesem Jahr starten wieder neun Mechatroniker ihre Ausbildung bei Michelin. Darunter sind erstmals doppelt so viele Franzosen (6) wie Deutsche (3).

Ausführliche Informationen und Beratung zum Thema Grenzüberschreitende Ausbildung gibt es beim Kooperationsnetzwerk EURES-T Oberrhein

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Unternehmensprofil

Karlsruhe war 1931 der erste Produktionsstandort von Michelin in Deutschland. Innerhalb des Konzerns ist das Werk ein anerkannter Spezialist für das Produzieren von Leicht-Lkw-Reifen. Die hoch automatisierte Fertigung gehört zu den modernsten der Branche. Das Werk beschäftigt rund 650 Mitarbeiter. Weiter 540 Beschäftigte am Standort arbeiten im Vertrieb, der Erstausrüstung und der Verwaltung.

Ansprechpartner

Anne Schalk
Michelin Reifenwerke AG & Co. KGaA
Michelinstraße 4
76185 Karlsruhe
Tel: +49 721 530 2251
anne.schalk@michelin.com