Zurück aus dem Ausland – Wie geht man mit dem Kulturschock um?

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Jessica, eine unserer Autorinnen für den Chemie-Azubi-Blog hat einige Monate Freiwilligenarbeit in Mexiko geleistet. Im heutigen Beitrag berichtet sie über ihre Arbeit vor Ort, über das Einleben in der mexikanischen Kultur und den Kulturschock, der sie unerwartet nach ihrer Rückkehr nach Deutschland getroffen hat. Sie gibt auch Tipps, die das Einleben im fremden Land, aber auch das Wiedereinleben in der Heimat, erleichtern können.

„Kulturschock? Kann mir nicht passieren.“ Das dachte sich unsere Blog-Autorin Jessica, als sie für eine Weile nach Mexiko ging, um sich dort ehrenamtlich zu engagieren (Foto: Martens).

„Kulturschock? Kann mir nicht passieren.“ Das dachte sich unsere Blog-Autorin Jessica (2.v.r.) , als sie für eine Weile nach Mexiko ging, um sich dort ehrenamtlich zu engagieren (Foto: Martens).

„Kulturschock? Kann mir nicht passieren.“ Das dachte sich unsere Blog-Autorin Jessica, als sie für eine Weile nach Mexiko ging, um sich dort ehrenamtlich zu engagieren (Foto: Martens).

„Kulturschock? Kann mir nicht passieren.“ Das dachte sich unsere Blog-Autorin Jessica (1. v.l.), als sie für eine Weile nach Mexiko ging, um sich dort ehrenamtlich zu engagieren (Foto: Martens).

Freiwilligenarbeit in Mexiko - eine tolle Erfahrung!

Ich habe mit allem gerechnet, als ich für fünf Monate nach Mexiko ging, um mich dort ehrenamtlich für eine Non-Profit-Organisation einzusetzen. Aber dass es mich so verändert, hätte ich vorher nie geglaubt. Ja, die kulturellen Unterschiede zu Deutschland sind enorm - aber ich habe mich trotzdem sehr schnell zurecht gefunden. Die herzlichen Menschen und ihre unkomplizierte, simple und entschleunigte Lebensweise machen es einem sehr einfach. Von einem Kulturschock vor Ort keine Spur. Natürlich gab es Dinge, die sehr gewöhnungsbedürftig waren, z. B. dass man Toilettenpapier nicht abspült, sondern in den Abfalleimer wirft. Dass es unsicher ist, abends alleine durch die Straßen zu gehen. Oder dass man Früchte mit scharfen Gewürzen wie Chili isst. Doch ich fand es aufregend und
spannend, bin sehr gut mit den Unterschieden klargekommen.

Vor Ort habe ich in verschiedenen sozialen Projekten ausgeholfen. Wir haben Kinder in den Slums bei ihren Hausaufgaben geholfen, Fussball mit ihnen gespielt, Waisenheime besucht und dort ausgeholfen. Menschen mit Kaffee und Donuts versorgt, die Tage und Nächte in der Kälte vor dem Krankenhaus campen, weil sie dort auf Angehörige warten. Ein Haus gebaut für eine arme Familie, die auf der Mülldeponie wohnt. Jugendliche im Gefängnis besucht und ihnen Mut und Hoffnung zugesprochen. All das hat mir sehr viel Erfüllung gebracht, ich bin aufgegangen in der Arbeit mit Menschen.

Zurück in Deutschland. Hallo, Kulturschock!

Tja, der Kulturschock kam dann doch. Allerdings erst bei meiner Rückkehr nach Deutschland. Von der Hektik des Alltags eingeholt, von der Vielfalt an Angeboten. Und all dem Reichtum und Luxus, den Deutschland im Vergleich zu Mexiko mit sich bringt. Ich wusste plötzlich nicht mehr wohin mit all meinen Erfahrungen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich wieder orientiert und mich wieder über meinen Alltag hier freuen konnte. Die Zeit in Mexiko hat mich verändert. Sie hat mein Bewusstsein für die Not in der Welt gestärkt und meinen Wunsch vergrößert, Menschen zu helfen und Dinge zu verändern. Sie hat mich aber auch viel über mich selbst gelehrt, meinen Charakter bereichert und wertvolle Freundschaften geschenkt.

Wie lebt man sich am besten wieder in der Heimat ein?

Sich selbst Zeit geben.

Es ist okay, wenn man sich nicht sofort in die Arbeit stürzen und neue Pläne schmieden kann. Manchmal braucht es ein paar Wochen, um sich wieder an den Alltag zu gewöhnen. Die nächsten Schritte kristallisieren sich dann ganz von selbst heraus.

Sich mit Menschen umgeben, die einen in dieser Situation verstehen

Nicht immer sind das Freunde oder Familienmitglieder, denn in deren Leben hat sich in der Zwischenzeit nicht so viel verändert. Es hilft, sich mit jemandem auszutauschen, der ähnliche
Erfahrungen gemacht hat.

Ein Hobby finden oder eine Beschäftigung, in der man sich gebraucht fühlt

Das lenkt ab von zu vielen Gedanken und Grübeleien und bringt wieder Regelmäßigkeit in den
Alltag.

In der Gegenwart und nicht in der Vergangenheit leben

Ja, den Kontakt zu Freunden im Ausland sollte man halten. Aber es bringt nichts, ständig in Erinnerungen zu schwelgen. Stattdessen den Blick für das Schöne finden, das direkt vor unserer Nase
liegt.

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