Vertrauen in die Jugend

Kategorie: Stories, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Chemikant(in), Sachsen, Sachsen-Anhalt, Serumwerk Bernburg

Fachkräftemangel ist ein Problem in der Industrie. Andererseits aber auch eine Chance für junge Leute, in jungen Jahren schon Verantwortung zu übernehmen. Wie etwa Laura Teske vom Serumwerk in Bernburg.

Industriemeisterin Teske an ihrem Schreibtisch. Sie ist für die Produktionsplanung, Rohstoffbeschaffung, und Produktiqualität verantwortlich. Zusätzlich trägt sie Personalverantwortung für das Team der neuen Anlage, betreut doe Azubis und legt Einsatzpläne fest. (Foto: Rempe)

Industriemeisterin Teske an ihrem Schreibtisch. Sie ist für die Produktionsplanung, Rohstoffbeschaffung, und Produktiqualität verantwortlich. Zusätzlich trägt sie Personalverantwortung für das Team der neuen Anlage, betreut doe Azubis und legt Einsatzpläne fest. (Foto: Rempe)

Der 6. September 2018 ist ein großer Tag für das Serumwerk Bernburg (Sachsen-Anhalt). Selbst der Wirtschaftsminister des Landes ist gekommen, um die mittlerweile vorbildlich laufende Reinraum-Anlage festlich einzuweihen. Hier werden künftig Akutdialyselösungen hergestellt, die zur Blutreinigung von Patienten mit Nierenversagen eingesetzt werden.


Das Serumwerk (300 Beschäftigte) baute dafür für vier Millionen Euro eine nicht mehr genutzte Produktionshalle um. Das japanische Unternehmen Nikkiso stellte die gesamte Produktionstechnologie für die weltweite Lohnfertigung des Produkts Accusol zur Verfügung. Und als dritter Projektpartner lieferte der amerikanische Gesundheitskonzern Baxter eine komplett neue Fertigungsanlage zur Herstellung der Accusol-Zweikammerbeutel.

Jung und erfolgreich

Verantwortlich für Produktion und Betrieb des hochmodernen Komplexes ist die erst 27-jährige Meisterin Laura Teske, übrigens die jüngste Meisterin im Unternehmen. „Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass die Unternehmensführung mir zutraute, diese Aufgabe zu übernehmen“, sagt sie.

Dies beinhaltet nicht nur technische Fähigkeiten, sondern auch die Formung eines funktionierenden Teams aus jungen und erfahrenen Mitarbeitern. Der Industriemeister Chemie hat in der Produktion eine steuernde und leitende Position inne. Neben der Produktionsplanung ist der Meister für das Vorhandensein aller notwendigen Rohstoffe verantwortlich und überwacht die Qualität des Produkts. Zusätzlich trägt ein Industriemeister Personalverantwortung, betreut Auszubildende und legt Einsatzpläne fest.

Natürlich, ehrgeizig ist die junge Frau auch. Schon die dreieinhalbjährige Ausbildung zur Chemikantin hat sie im Unternehmen mit besten Noten abgeschlossen, gleich darauf hat sie mit einem dreijährigen dualen Studium für Labor- und Verfahrenstechnik neben ihrer Arbeit im Serumwerk den nächsten Karriereschritt vorbereitet.

„Mich interessiert die Verfahrenstechnik einfach“, berichtet Laura Teske, „mehr Wissen bedeutet ja auch ein tieferes Verständnis“. Das Unternehmen setzt übrigens stark auf die Jugend: Jedes Jahr werden in verschiedensten Berufsbildern – etwa Chemikanten, Laboranten, Kaufleute, Mechatroniker und Elektroniker – zwischen 30 und 40 junge Leute ausgebildet. Und fast alle übernommen.

Kollegen als zweite Familie

Noch während die Bauarbeiter und Monteure mit dem Aufbau von Bauhülle und technischer Substanz beschäftigt waren, ging es für die Gruppe um die junge Frau für drei Monate nach Grosotto, in die italienische Region Lombardei. Dort, unmittelbar an der Grenze zur Schweiz, lernten die Serumwerker  an der Vorgängeranlage die Betriebsabläufe und die Bedienung der Maschinen und Geräte kennen.

In Grosotto traf das Team um Laura Teske auf Giovanni Nolo Belina, der ihnen die Anlage näherbrachte. Auch die nächsten zwei Jahre wird der 30-jährige Italiener das Team unterstützen; er wechselte für diesen Zeitraum nach Bernburg. „Ich kann mich nicht beschweren. Meine Kollegen hier sind sehr nett und wir verstehen uns ausgesprochen gut.“ Laura Teske fügt hinzu:

„Für mich ist das Serumwerk wie eine Familie und ich fühle mich nicht nur aufgenommen, sondern auch angekommen.“

 

In der Hightech-Branche wie der Chemie ist Weiterbildung wichtig. Deswegen gibt es auch den Berufskompass Chemie. Schaut mal auf der Webseite - dort findet ihr eine Liste von Weiterbildungseinrichtungen, Förderungsmöglichkeit, Hilfe für eine persönliche "Standortbestimmung" usw. Im ChemieAzubi haben wir öfter über die Qualifikationswege von anderen Ex-Azubis gebloggt: 

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Unternehmensprofil

Die Serumwerk Bernburg AG in Sachsen-Anhalt gehört mit rund 300 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern der Region. Seit 1954 werden hier Arzneimittel für die Veterinär- und Humanmedizin hergestellt.

In den letzten Jahren sind die Sparten Infusionslösungen für den Krankenhausbedarf, Medikamente für Apotheken und Tierarzneimittel ausgebaut worden, die Produkte werden in insgesamt 93 Länder exportiert.

Intensive Forschungs- und Entwicklungsleistungen ermöglichen es uns, das Produktsortiment kontinuierlich auszubauen und gezielt an den jeweiligen Markterfordernissen auszurichten.

Ansprechpartner

Claudia Ortmann
Personalabteilung
Serumwerk Bernburg AG
Hallesche Landstraße 105 b
06406 Bernburg