Bildung hat noch keinem geschadet

Kategorie: Ausbildung, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Chemielaborant(in)

Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, heißt es im Volksmund. Gewiss nicht, dazu gehört schon ein wenig mehr Mühe. Die legt der 23-jährige Marvin Spieker an den Tag, der sich berufsbegleitend am bbz Chemie in Berlin Adlershof zum Industriemeister Chemie fortbildet.

Marvin Spieker belegt den Meisterlehrgang  und Juliane Dräger ein Studium - beide berufsbegleitend und beide am bbz Chemie (Foto: Rempe).

Marvin Spieker belegt den Meisterlehrgang und Juliane Dräger ein Studium - beide berufsbegleitend und beide am bbz Chemie (Foto: Rempe).

Freitag, 16 Uhr: Wenn seine Kollegen schon längst im Wochenende sind, hat sich Marvin Spieker nochmal frisch gemacht und startet in den zweiten Teil seiner Arbeitswoche.

Am Freitag bis 20 Uhr sowie am Samstag von 8 bis 14 Uhr absolviert der 23-Jährige am Bildungswerk Nordostchemie e.V., dem bbz Chemie in Berlin-Adlershof Seminare und Vorlesungen in der zweijährigen berufsbegleitenden Fortbildung zum Industriemeister Chemie.

Der Sonntag ist oft dem Lernen vorbehalten. Im Juni 2018 hofft er, dass er nach den Prüfungen den Erfolg für diese Mühen, seinen Meisterbrief, in Händen halten wird.

Mehr Abwechslung, mehr Verantwortung

Was motiviert den Chemielaboranten am Berliner Institut Fresenius, sich dieser Belastung neben der Arbeit auszusetzen? „Weiterbildung hat noch keinem geschadet“, entgegnet Spieker lachend. Der junge Mann gibt sich mit dem, was er als Facharbeiter macht und kann, nicht zufrieden.

Er will die Abwechslung, Herausforderungen und Neues im Berufsleben. Mit der Meisterqualifikation erreicht er das mittlere Management, kann damit mehr Verantwortung in der Personalführung, für technische Anlagen, Arbeitsabläufe und Kosten übernehmen. Und im Effekt natürlich auch ein höheres Einkommen erhalten. Das alles ist ihm den Stress wert!

Marvin Spieker hat das bislang immer so gehalten. Beim Abitur etwa und auch die Ausbildung zum Chemielaboranten hat er beim Bundesinstitut für Materialforschung (BAM) glänzend bestanden, er hat sich - ebenfalls berufsbegleitend - am OSZ Lise Meitner in Berlin zum “Staatlich geprüften chemisch-technischen Assistent” weitergebildet. Der Lehrabschluss mit mehr als 85 Punkten erspart ihm auch einen Großteil der Lehrgangskosten von 7250 Euro. Die Berliner IHK fördert bei einem solchen Ergebnis junge Leute mit einem Stipendium von bis zu 90 Prozent, wenn sie innerhalb von zwei Jahren nach Ende der Erstausbildung die Weiterbildung beginnen.

Fachkräftenachfrage enorm gestiegen

„Ganz davon abgesehen bin ich jung, habe noch keine familiären Verpflichtungen“, sagt er und zieht gleichzeitig den Hut vor den älteren Kollegen, die sich ebenfalls berufsbegleitend in seiner Klasse im bbz Chemie zum Meister qualifizieren. Natürlich sei die Weiterbildung neben der Arbeit nicht einfach, aber man gewöhne sich schnell daran; zumal, wenn man ein Ziel habe. Und uninteressant ist die Meisterausbildung auch nicht: Während im ersten Teil der berufs- und arbeitspädagogische Bereich im Mittelpunkt der Ausbildung steht, folgen im zweiten und dritten Teil die fachübergreifende Basisqualifikation und die handlungsspezifische Qualifizierung.

Eine konkrete Stelle hat Marvin Spieker noch nicht in Aussicht, doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sein Arbeitgeber das Engagement des jungen Mannes würdigt und ihm den Aufstieg und mehr Verantwortung im Unternehmen ermöglicht. Dessen ist sich Ines Krämer, die das bbz Chemie als Geschäftsführerin leitet, sicher.

„Arbeitgeber wissen solches Engagement zu schätzen; zumal heute, wo die Nachfrage nach gutausgebildeten Fachleuten enorm gestiegen ist.“  

Dies gilt natürlich auch im eigenen Haus: Die junge Frau, mit der sich Marvin Spieker auf dem Bild unterhält, ist Juliane Dräger. Die gelernte Chemielaborantin hat als Ausbilderassistentin am bbz Chemie gerade das dreieinhalbjährige berufsbegleitende Bachelorstudium Chemical Engineering absolviert und arbeitet nun selbst hier als Ausbilderin.

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