Nicht spaßig, aber wichtig: So pflegt ihr euer Berichtsheft

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So lästig es manchmal auch erscheinen mag – das Berichtsheft gehört zu den Pflichten der meisten Azubis. Wir geben euch Tipps, damit das Schreiben leicht fällt.

Schreibt eurer Berichtsheft regelmäßig. Das ist insgesamt weniger Arbeit, weil ihr das Aufschreiben in viele kleine Einheiten aufteilt. Und macht es am besten sofort nach einer Ausbildungsstation, wenn noch alles frisch in Erinnerung ist. (Foto: Viktor

Schreibt eurer Berichtsheft regelmäßig. Das ist insgesamt weniger Arbeit, weil ihr das Aufschreiben in viele kleine Einheiten aufteilt. Und macht es am besten sofort nach einer Ausbildungsstation, wenn noch alles frisch in Erinnerung ist. (Foto: Viktor Hanacek, CC0)

Man kann genervt sein, wie man will: Ein Berichtsheft ist eine sehr sinnvolle Sache. So kann eure zuständige Industrie- und Handelskammer (IHK) kontrollieren, ob euch alle Ausbildungsinhalte vermittelt wurden, die ihr erlernen solltet. Der Ausbildungsnachweis hat also schonmal einen ganz konkreten Vorteile für euch: Er gilt auch als Protokoll. Wurden euch wichtige Inhalte nicht vermittelt, habt ihr mit dem Berichtsheft einen Beweis dafür.

Der wichtigste Grund fürs Berichtsheft aber:

Führt ihr den Ausbildungsnachweis nicht, habt ihr rund drei Jahre eures Lebens verschenkt: „Gem. § 43 Abs. 1 Nr. 2 BBiG ist zur Prüfung zuzulassen, wer einen von Ausbilder und Auszubildenden abgezeichneten Ausbildungsnachweis bei der Anmeldung vorlegt.“

Heißt im Umkehrschluss: kein Berichtsheft – keine Zulassung zur Abschlussprüfung – keine abgeschlossene Ausbildung.

Das gilt zumindest, wenn ihr in eurer Erstausbildung seid. Macht ihr eine Umschulung, wird das Berichtsheft oft nicht vorausgesetzt.

So oder so braucht ihr euch nicht verrückt zu machen:

Euer Berichtsheft wird nicht bewertet. Dennoch kann ein schlecht geführter Ausbildungsnachweis natürlich Fragen aufwerfen. Damit ihr nicht im Boden versinken müsst, wenn ihr euren Prüfern gegenübersteht, haben wir einige Tipps zusammengetragen.

Und wöchentlich grüßt das Murmeltier

Über eine Aufgabe zu schreiben, die man vor Wochen oder gar Monaten erledigt hat, kann euer Gedächtnis ganz schön strapazieren. Und dann stimmt vielleicht nicht alles so ganz genau, was ihr aufschreibt.

Führt euer Berichtsheft regelmäßig. Ihr könnt euch beispielsweise einen wöchentlichen oder täglichen Termin in eurem Kalender am Handy oder im Mailprogramm einstellen, um es nicht zu vergessen.

Formatvorlagen nutzen

Seit 2017 dürft ihr euer Berichtsheft auch elektronisch führen. Das heißt, dass der Nachweis „sowohl in der herkömmlichen Schriftform als auch in der einfachsten elektronischen Variante – z.B. als einfache E-Mail – erfolgen kann“, so die IHK Pfalz.

Wenn ihr euch für die „herkömmliche Schriftform“ entscheidet, könnt ihr zwischen einem handschriftlich gefüllten Heft und eurem PC/Laptop/Tablet wählen. Berichtshefte aus Papier sollte euer Ausbildungsbetrieb für euch haben.

Wollt ihr es am Computer verfassen, gibt es online nützliche Formatvorlagen.  Bei der IHK Stuttgart könnt ihr euch auch Tipps und Tricks im Youtube-Video holen.

Name, Berichtszeitraum, Ausbildungsjahr

Auch bei der elektronischen Variante ist Regelmäßigkeit wichtig: Speichert eure Aufzeichnungen beständig und sorgfältig ab und kennzeichnet sie eindeutig mit einem Datum. Wenn ihr bei diesen Daten – und damit der Reihenfolge der Ausbildungsinhalte – durcheinanderkommt, kann euch das später viele Nerven und Erklärungen kosten.

Ein Datum gehört natürlich auch auf euren Ausbildungsnachweis aus Papier: Jedes Blatt des Heftes sollte sogar mit dem Namen des Azubis, dem Berichtszeitraum und dem Ausbildungsjahr gekennzeichnet werden.

Was muss rein?

Im Grunde sollt ihr eure Tätigkeiten kurz und knapp beschreiben. Ob ihr ausformulierte Sätze oder stichwortartige Umschreibungen nutzt, ist eure Entscheidung. Wenn ihr beim Formulieren keinen Anfang findet, hilft folgende Krücke: Stellt euch vor, ihr müsstet euren Freunden oder Eltern erklären, welche Aufgaben ihr am Tag erfüllt habt. Dann schreibt es so auf, wie ihr es auch erzählen würdet. Wichtig: Nicht nur eure Zeit im Betrieb gehört ins Heft – sondern auch die Inhalte aus dem Unterricht an der Berufsschule.

Fragen? Zweifel?

Habt ihr bei den Formfragen sonst noch Zweifel, gibt es jemanden, den ihr immer fragen könnt und solltet: euren Ausbilder. Der sollte auch regelmäßig über das Berichtsheft gucken und es abzeichnen. Er weiß schließlich am besten, was geht und was nicht geht. Denn früher war er sicher selbst manchmal genervt von seinem Berichtsheft...

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