Wie es leuchtet…

Kategorie: Ausbildung, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Chemikant(in), Leuchtstoffwerk Breitungen (LWB)

Großes Interesse an Chemie hat Pascal schon seit der Schulzeit. Dank seiner Chemielehrerin. Nun hat der 21-Jährige aus Südthüringen mit der Chemikanten-Ausbildung im Leuchtstoffwerk Breitungen auch den passenden Beruf zur Passion gefunden.

Pascal Reißig vom Leuchtstoffwerk Breitungen

Der 21-Jährige ist Chemikanten-Azubi im zweiten Lehrjahr im Leuchtstoffwerk Breitungen, gelegen im Süden Thüringens. (Foto: LWB)

In Geldscheinen werden sie zum Beispiel für Sicherheitsmerkmale genutzt, Verwendung finden sie auch in medizinischen Geräten, in den Gepäck-Durchleuchtungsapparaten am Flughafen, in Bildschirmen und in LED-Leuchten. Die Rede ist von Leuchtstoffen. Es gibt sie in nahezu allen Farbtönen. „Sie bestehen aus hochreinen mineralischen Stoffen wie etwa Zinksulfid oder deren Mischungen“, weiß Pascal Reißig. Der 21-Jährige ist Chemikanten-Azubi im zweiten Lehrjahr im Leuchtstoffwerk Breitungen, gelegen im Süden Thüringens.

„Glüht man diese Werkstoffe in Hochtemperaturprozessen bei über 1.600 Grad Celsius, entstehen Pulver mit einem sehr reinen Kristallgitter“, erklärt der junge Mann weiter. „Diese Kristallgitter werden gezielt mit Fremdatomen verunreinigt, die Energie aufnehmen und dann als Licht einer bestimmten Farbe abstrahlen.“ Pascal Reißig weiß also schon bestens Bescheid. Seit September lernt er nach dem vorwiegend theoretisch geprägten ersten Lehrjahr nun praktisch im Betrieb, wie die Produktion dieser Stoffe funktioniert.

Breites Produktspektrum, viel zu lernen

Bis er das komplette Portfolio des Unternehmens beherrscht, wird er aber noch fleißig und viel zu lernen haben, alle Abteilungen und ihre Abläufe kennenlernen. Das Produktspektrum des Leuchtstoffwerks ist sehr groß: Hier werden UV- und LED-Leuchtstoffe hergestellt, Materialien für Röntgen- und Sicherheitszwecke, für die Elektrolumineszenz sowie sogenannte Up-Conversion-Leuchtstoffe, die infrarote Strahlung in sichtbares Licht umwandeln.

Zudem fertigen die knapp 100 Mitarbeiter des seit Jahren permanent wachsenden Werkes auch diverse Roh- und Vorstufenmaterialien. Und sie beherrschen das CVD-Verfahren, mit dem hauchdünne Schichten aus Aluminiumoxid auf die Leuchtstoffprodukte aufgetragen werden, um sie haltbarer zu machen und in der Wirkung zu verbessern. 

Auch für 2021 werden Chemikanten-Azubis gesucht

Chemie war für Pascal Reißig schon immer eine höchst interessante Sache. „Ich hatte über die gesamte Schulzeit hinweg eine echt gute Chemielehrerin. Wir haben viel experimentiert, sie hat die Zusammenhänge verständlich und anschaulich erklärt“, erzählt er. Deshalb hatte er sich nach der Schulzeit zunächst für die Ausbildung zum pharmazeutisch-technischen Assistenten in einer Apotheke entschieden. Aber das war ihm letztlich nicht praktisch genug. Er wollte in die Produktion, um Maschinen, Reaktoren, Rührgeräte und komplette Anlagen zu bedienen.

Auf das Leuchtstoffwerk in Breitungen, nur ein paar Kilometer von seinem Heimatort Brotterode entfernt, wurde er durch einen Artikel in der Tageszeitung aufmerksam. Darin berichteten ehemalige Azubis von der Ausbildung im Leuchtstoffwerk. Und junge, engagierte Leute nimmt man hier gerne. „Die Bewerbung hat prima gepasst“, berichtet Birgit Heller, die Leiterin Lehrausbildung im Unternehmen. Übrigens: Auch für den Lehrbeginn 2021 stehen wieder einige Ausbildungsplätze für Chemikanten zur Verfügung.

„Erstmal Erfahrungen sammeln“

Für den theoretischen Teil der dreieinhalbjährigen Ausbildung kooperiert das Leuchtstoffwerk Breitungen schon seit vielen Jahren mit dem Standort Leuna in Sachsen-Anhalt.  „Die Bildungsakademie Leuna sowie die Berufsschule dort bereiten die jungen Leute bestens auf ihre künftigen Aufgaben vor“, berichtet Birgit Heller. Das bestätigt auch Pascal Reißig, der wie alle auswärtigen Azubis während der Ausbildungsphasen in Leuna im Wohnheim ein eigenes Zimmer hat.

Der derzeit etwa 14-tägige Wechsel zwischen Breitungen und Leuna ist für ihn auch kein Problem, schließlich weiß er genau, wofür er das tut. Sein sehnlichster Wunsch:

„Ein gutes Facharbeiterzeugnis erreichen und im Leuchtstoffwerk unbefristet übernommen werden.“

Die Arbeit ist interessant und macht Spaß, von den Kollegen lernt er sehr viel, hier fühlt er sich wohl, kommt jeden Morgen gerne auf Arbeit. Nach einigen Jahren Erfahrung als Facharbeiter kann sich Pascal Reißig auch gut eine Weiterbildung zum Techniker oder Meister vorstellen.

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Unternehmensprofil

Das Leuchtstoffwerk in Breitungen existiert seit 1948, seit 2012 ist die Leuchtstoffwerk Breitungen GmbH (LWB) eine Tochter der Treibacher Industrie AG aus Österreich. Mit den Geschäftsfeldern anorganische Leuchtstoffe, Spezialchemikalien und Beschichtungstechnologien decken die rund 100 Beschäftigten ein breites Anwendungsfeld rund um die Themen optische Materialien, Lichterzeugung, Leuchtstoffproduktion, Diagnostik, Produktsicherung, Veredelungsprozesse, Spezialchemie sowie Leuchtstoffe ab.

Ansprechpartner

Birgit Heller
Leiterin Lehrausbildung
Leuchtstoffwerk Breitungen GmbH (LWB)
Lange Sömme 17
98597 Breitungen