"Zukunft der Arbeit" - Was wird aus dem Chemikanten?

Kategorie: Ausbildung, Chemikant(in)

Heute endet die ARD-Themenwoche 2016 "Zukunft der Arbeit". Laut dem Job-Futuromat der ARD könnte der wichtigste Beruf der Chemiebranche, der Chemikant, zu 100 Prozent ersetzt werden. Wir haben die Ausbilder in den Chemieunternehmen gefragt, was sie über diese Aussage denken.

Ohne IT ist die Digitalisierung undenkbar. Aber nicht nur Informatiker und Programmierer erleben eine Veränderung - Industrie 4.0 betrifft alle, auch klassische Produktionsberufe (Foto: jeshoots, pexels, CC0).

Ohne IT ist die Digitalisierung undenkbar. Aber nicht nur Informatiker und Programmierer erleben eine Veränderung. Industrie 4.0 betrifft alle, auch klassische Produktionsberufe (Foto: jeshoots, pexels, CC0).

Das Thema Digitalisierung und Industrie 4.0 beschäftigt seit Monaten praktisch jeden. Auch in der Industrie stellt man sich die Frage, was die "digitale Transformation" für die Produktion bedeutet. Viele überlegen, wie sich die Berufsbilder verändern werden. Die ARD hat im Rahmen ihrer Themenwoche "Zukunft der Arbeit" ein Tool online gestellt, das genau diese Frage beantworten soll: der Futuromat.

Wenn man im Futuromat-Suchfeld "Chemikant" eingibt, erscheint dort: "100 % der Tätigkeiten in diesem Beruf könnten Maschinen übernehmen."

Stimmt das? Wie kann das sein?

Wir haben die Ausbildungsbetriebe der Region gefragt, was sie dazu denken. Einige sagen, dass der Beruf des Chemikanten - immerhin 3,5 Jahre Ausbildung - unterschätzt wird. Das Fachwissen des Chemikanten und seine Arbeit in der Produktion werden auch in Zukunft gebraucht. Hier die Argumente:

"Ich denke schon, dass es in Zukunft noch mehr Möglichkeiten gibt, zu automatisieren. Aber dafür werden immer noch Chemikanten benötigt, die ihr Fachwissen einbringen und bei der Weiterentwicklung helfen. Entscheidend werden Chemikanten auch dann sein, wenn Störfälle eintreten und ein fundiertes Hintergrundwissen für die Lösung erforderlich ist."

"Ein klares Vielleicht"

Aber es gab auch eine Stimme, die große Veränderungen auf das Berufsbild "Chemikant" zukommen sieht. Besorgt beobachtet man die Entwicklung, dass bei der Digitalisierung und Automatisierung "fast alle einfachen Tätigkeiten in den Betrieben nicht mehr von Menschen gemacht werden." Gleichzeitig ist die Digitalisierung aber auch eine Chancen: "Die Digitalisierung wird und soll helfen, mit den den demografischen Veränderungen fertig zu werden."

Und die Zukunft des Chemikanten? Hier ein mögliches Szenario:

"Der Beruf des Chemikanten wird sich zu dem Beruf des Chemie-Mechatronikers wandeln. In 50 Jahren werden wenige hochqualifizierte Leute vollkontinuierliche Arbeitsprozesse überwachen. Diese Leute haben so umfangreiches Fachwissen, dass sie bei Störungen die richtigen Maßnahmen treffen und Reparaturen sofort umsetzen. Ein Team bestehend aus einem Betriebsingenieur und wenigen Chemie-Mechatronikern wird dann für große Produktionsabschnitte verantwortlich sein (natürlich unterstützt durch digital vorliegendes Expertenwissen)."

Was heute schon gemacht wird: BASF 4.0

Spannend. Noch kann niemand abschätzen, in welche Richtung sich der Chemikanten-Beruf entwickelt.

Was heute schon möglich ist, zeigt eine kurze Reportage von DasDing/SWR über ein Projekt der BASF in Ludwigshafen. Im Video zeigt der größte Chemie-Konzern der Welt sein Projekt "BASF 4.0". Im Video erklärt André, wie er mit Hilfe von Apps die Chemieanlagen wartet. Er hat eine Ausbildung als Elektroniker für Automatisierungstechnik gemacht und sich seinen Job eigentlich ganz anders vorgestellt. Mehr im interessanten Video (das wir leider nicht einbinden konnten).

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