Von der Aushilfe zur Laborleitung

Kategorie: Duales Studium, Stories, Rheinland-Pfalz, Lacklaborant(in), Chemietechnik, Prozesstechnik, SÜDWEST Lacke+Farben

Susanne Pfisterer leitet das Labor eines erfolgreichen Lackherstellers in Rheinland-Pfalz. Chemie hatte sie in der Schule abgewählt. Und wollte nur als Aushilfe Zeit überbrücken. Es kam anders. Wie der Zufall manchmal bei der Berufswahl hilft, erfährt man heute im Blog.

Eine lange Geschichte: mit 19 Jahren fing Susanne Pfisterer bei Südwest an, um die Zeit bis zum Studium zu überbrücken. Dann zog es sie immer wieder zurück zum Farb- und Lackhersteller (Foto: Südwest).

Eine lange Geschichte: mit 19 Jahren fing Susanne Pfisterer bei Südwest an, um die Zeit bis zum Studium zu überbrücken. Dann zog es sie immer wieder zurück zum Farb- und Lackhersteller (Foto: Südwest).

Es ist unglaubliche 35 Jahre her, dass Susanne Pfisterer ihren Fuß das erste Mal auf das Werksgelände von Südwest Lacke + Farben setzte. Das war mit 19 Jahren, im Sommer 1982, direkt nach ihrem Abitur. Sie wollte mit dem Aushilfsjob etwas Zeit überbrücken. Und dann fand sie sich in einer „etwas exotischen Welt“ wieder, die sie noch immer spannend findet.

Ständig etwas Neues: Auch nach so langer Zeit findet sie ihre Arbeit spannend

Denn: „Es ist sehr abwechslungsreich, denn es gibt immer neue Anforderungen, Vorgaben, technischen Möglichkeiten: Wasserbasierende Lacke lösen die lösemittelhaltigen Produkte ab. Verfügbare Rohstoffe werden für spezielle Funktionen entwickelt. Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen kommen verstärkt zum Einsatz.

Es warten immer neue Herausforderungen. Bei der Lack-Entwicklung hat man sehr schnell greifbare und sichtbare Ergebnisse vor Augen: ist der Lack so, wie man ihn sich vorgestellt hat,  ist die Oberfläche stimmig, ist der Farbton korrekt, sind Trocknung und Kratzfestigkeit ausreichend, sind die Kollegen der Anwendungstechnik mit der Verarbeitung zufrieden...... usw. Es war und ist nie langweilig.“

Doch der Reihe nach. Wie fing es an?

Sie erinnert sich noch sehr gut an ihren ersten Job bei der Böhler Lackfabrik (so hieß Südwest damals noch):

„Ich war in der Abfüllerei.  Ich habe den Sommer über doppelte Schichten gearbeitet.  Die Arbeitszeitgesetze hat man damals nicht so genau genommen – ich arbeitete von 07 bis 19 Uhr. Heute ist dies natürlich anders, maximale Arbeitszeiten dürfen nicht überschritten werden, sollten Schichten erforderlich sein, werden die Mitarbeiter entsprechend eingeteilt.

Ich stand am Abnahmeband der abgefüllten Dosen; nach dem Schrumpftunnel, der die Folien der Mehrfachverpackungen an Gebinden über hohe Temperaturen 'zusammen schweißt'. Zu der Zeit hatte das Unternehmen noch keine Palettier-Roboter. Das heißt, dass jede Dose einzeln oder im foliengeschweißten Mehrfach-Pack vom Band abgenommen und auf die Palette gesetzt wurde.

Palettenweise 4x2,5 Liter Bleimennige waren schon ein Gewicht; das hat Arm-Muskeln trainiert. Und warm war es direkt an diesem Schrumpftunnel auch, besonders bei den sommerlichen Temperaturen. Es war schon faszinierend, dass zu dieser Zeit fast ausschließlich Frauen diese Arbeit gemacht haben.“

Man weiß nie, wie das Leben spielt: Chemie in der Schule abgewählt – und dann doch in diesem Bereich studiert

Eigentlich wollte Susanne Pfisterer Veterinärmedizin studieren und Tierärztin werden. Der Numerus Clausus (NC) war leider zu hoch, daher entschloss sie sich, erstmal Geld zu verdienen. Und aus diesem Notfallplan entwickelte sich dann die Idee, etwas in diese Richtung zu studieren. 

„Jemand mit Abitur war in der Abfüllerei nicht alltäglich. Ich wurde vom damaligen Inhaber angesprochen, ob ich mir ein Studium in diese Richtung vorstellen könnte. Zuerst war ich davon nicht so angetan. Ich hatte Biologie als Leistungsfach und Chemie abgewählt.“

Als Chemieingenieurin Karriere gemacht

„Aber nach einigen Wochen im Labor habe ich dann 'Lack gerochen' und mich erkundigt, welche Studiengänge es hierzu gibt. Entschieden habe ich mich dann für den Studiengang Chemieingenieurwesen mit Schwerpunkt Lack- und Anstrichtechnik in Krefeld.“

In den Semesterferien kam sie immer wieder zurück zu Südwest, um zu arbeiten. Aber sie wollte auch andere Firmen kennenlernen und ging nach dem Studium für ein Praktikum zu einem großen Konzern etwas weiter in Richtung Rhein. Während Susanne Pfisterer dort war, entdeckte sie die Stellenanzeige der Böhler-Lackfabrik (alias Südwest) und – „gleich angerufen und gleich einen Vertrag bekommen.“

Aufgaben & Verantwortung der Laborleitung

Als Laborleiterin ist ihre Hauptaufgabe die Entwicklung neuer und die Optimierung bestehender Produkte. Das beginnt mit Gesprächen mit Rohstoff-Lieferanten, Messe-Besuchen und Recherchen, geht über die Laborversuche bis hin zur Produktionsreife und kann auch mit Kundengesprächen verbunden sein, um spezielle Anforderungen direkt erfassen zu können.

„Verantwortlich bin ich im Haus noch für die Farbmetrik. Das heißt, die Bereitstellung von Bunt-Rezepturen über unsere Mischsysteme. Außerdem bin ich als Gefahrstoffbeauftragte auch für den sachgerechten Umgangs mit gefährlichen Stoffen zuständig.

Drei Empfehlungen für Berufseinsteiger

„Ich habe meine Berufswahl nie bereut. Es ist zwar eine etwas exotische Welt, aber es muss ja nicht jeder BWL studieren“, erklärt Susanne Pfisterer.

Ihre Top 3 Empfehlungen für die, die sich gerade mit ihrer Berufswahl auseinander setzen, sind:

#1 „Man sollte sich für ein Praktikum in dem Beruf bewerben, der einen interessiert. 14 Arbeitstage vermitteln schon einen guten Eindruck, ob die Tätigkeiten für ein langes Arbeitsleben hinreichend Motivation bringen könnten.“

#2 „Gleichzeitig sollten man seine Erwartungen nicht extrem hoch ansetzen, dass mit dem Arbeitsleben alles besser und anders werde als in der Schule. So wie es in der Schule nicht immer jedem recht gemacht werden kann, gibt es auch im Arbeitsleben Bereiche, Aspekte, Tätigkeiten, welche nicht zu den Lieblingsarbeiten werden.“

#3 „Ich würde einen Beruf wählen, in dem Fachleute gesucht werden. Das ist in der Lackindustrie ganz klar der Fall. Mit einer entsprechenden Qualifikation und den passenden Voraussetzungen hat man immer gute Arbeitsmöglichkeiten.“

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Unternehmensprofil

SÜDWEST Lacke und Farben GmbH+Co.KG entwickelt und produziert Lacke und Farben für den Profi. Unsere Produkte stehen für Qualität, hohe Funktionalität, Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit. Unsere Stärken sind die Mitarbeiter/-innen, der hohe Qualitätsanspruch und die Kundenzufriedenheit. Am Standort in Böhl-Iggelheim bilden wir seit über 60 Jahren erfolgreich aus. SÜDWEST ist ein selbständiges Tochterunternehmen der Sto Gruppe. Hier gibt es mehr über unsere Ausbildung.

Ansprechpartner

AP Suedwest
Ranja Böcher
Personalabteilung
SÜDWEST Lacke+Farben GmbH & Co. KG
Iggelheimer Str. 13
67459 Böhl-Iggelheim