Produkte & Jobs - für die Nachhaltigkeit

Kategorie: Ausbildung, Duales Studium, Biologielaborant (m/w/d), Chemielaborant (m/w/d), Elektroniker (m/w/d) für Automatisierungstechnik (HWK), Elektroniker (m/w/d) für Betriebstechnik, Verfahrensmechaniker (m/w/d) für Kunststoff- und Kautschuktechnik

Die Chemie-Branche würde euch schon interessieren – aber ihr wollt vor allem etwas für die Umwelt tun? Dann hätten wir hier ein paar Ideen für euch, in welchen Unternehmen oder Berufen ihr arbeiten könntet.

Zur Nachhaltigkeit gehören auch neue Energien. Für die Materialien braucht es Chemie. (Bild: kaboompics, CC0)

Zur Nachhaltigkeit gehören auch neue Energien. Für die Materialien braucht es Chemie. (Bild: kaboompics, CC0)

Es muss sich noch einiges tun, wenn wir nachhaltiger werden wollen. Zum Beispiel muss die Windenergie einen höheren Anteil am Energiemix haben. Chemie-Produkte spielen wie bei vielen umweltfreundlichen Techniken auch hier eine Rolle: beim Betrieb von Windrädern.

Ohne Kunst- und Schmierstoffe keine Wende

Man kann auch sagen: Ohne Kunststoffe leider keine Energiewende. Denn Kunststoffe sind unter anderem wichtig für die Herstellung der Rotorblätter. Die Azubis aus den Chemie-Betrieben sorgen also dafür, dass wir aus Windkraft Energie gewinnen können.

Und die Chemie-Azubis von Fuchs Lubritech wiederum tragen dazu bei, dass die Windkraftanlagen lange ohne Reparatur auskommen. Die Spezialisten aus Rheinland-Pfalz stellen Spezialschmierstoffe her. Mit diesen sind die Rotoren den enormen Kräften gewachsen, denen sie tagtäglich ausgesetzt sind.

… und auch nicht ohne Kleb- und Dichtstoffe

Kleb- und Dichtstoffe stellt auch Kömmerling aus Pirmasens her – und trägt damit ebenfalls zur Energiewende bei. Denn die Stoffe sind wichtig für die Photovoltaik- und Solarindustrie.

In Ludwigshafen kümmern sich Chemie-Azubis indes um besondere Arten von Tonerde – bei Almatis. Tonerde steht für Aluminiumoxid. Das ist die Sauerstoffverbindung des chemischen Elements Aluminium. Was das mit der Energiewende zu tun hat? Tonerde wird unter anderem als besondere Polierung von Materialien wie dem Wafer einer Solarzelle eingesetzt.

Dämmung für mehr Energieeffizienz

Mit dem Krieg in der Ukraine ist vielen erst richtig bewusst geworden, wie abhängig sich Deutschland von Energie-Importen gemacht hat. Politik, Wirtschaft und Verbraucher schauen besorgt auf die hohen Energiepreise. Eine Möglichkeit, um mit der Situation umzugehen und noch dazu etwas für die Umwelt zu tun, ist, Energie einzusparen.

Ein Problem dabei ist allerdings, dass es im Gebäudesektor in Deutschland an Effizienz mangelt. Noch sind viele Bauten beispielsweise nicht gut genug gedämmt. Abhilfe kommt aus Ludwigshafen. Der Chemie-Konzern BASF hat den Klassiker "Styropor" zu einem neuartigen Werkstoff mit Namen "Neopor" weiterentwickelt. Dessen Dämmwirkung liegt um 20 Prozent höher.

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Egal welcher Job – werdet Energiescouts

Energie wird auch gespart, wenn in den Unternehmen Energiescouts unterwegs sind. Das sind Azubis, die an einer Qualifizierungsmaßnahme von der IHK teilgenommen haben. Sie tragen dazu bei, in ihren Ausbildungsbetrieben Potenziale für Energieeinsparungen zu erkennen, die zu dokumentieren und Verbesserungen anzuregen.

Wie das konkret funktioniert? Nun, bei Jansen zum Beispiel so [Schluss mit luftig: Energiefressern auf der Spur], bei Renolit so [Ihr seid doch nicht ganz dicht!] und bei Röchling so [Ausgezeichnete Azubis: Energie-Scouts für mehr Effizienz].

Oder soll es direkt eine Ausbildung mit Umweltschwerpunkt sein?

Dann habt ihr zum Beispiel die Möglichkeit, umweltschutztechnische Assistentinnen und Assistenten, kurz UTA, zu werden. Für sie gibt es viele Arbeitgeber. Behörden, zum Beispiel, aber auch Betriebe der chemischen und pharmazeutischen Industrie.

Denn UTA ermitteln Umweltdaten. Sie prüfen, dass beispielsweise bei der Produktion keine Grenzwerte überschritten werden. Denn Trinkwasser ohne Schadstoffe, reine Luft zum Atmen oder gesunder Boden zum Anbauen von Pflanzen sind leider nicht selbstverständlich.

Konkret entnehmen UTA beispielsweise Bodenproben und untersuchen diese im Labor. Oder sie machen Messungen vor Ort, zum Beispiel vom CO2-Gehalt an bestimmten Stellen. Die Ausbildung ist eine schulische Ausbildung, die meist zwei Jahre dauert. In der Berufsschule setzt man sich dann vor allem mit den Themen allgemeine und anorganische Chemie, Mathematik, Biologie und Ökologie sowie Physik auseinander.

Oder eine Weiterbildung?

Nach einer Ausbildung in der Chemiebranche habt ihr natürlich eine ganze Palette an Möglichkeiten, euch weiterzubilden. Eine ist die Weiterbildung zum Techniker der Fachrichtung Chemietechnik mit dem Schwerpunkt Umweltschutz.

Eine lange Bezeichnung. Was steckt dahinter? Die Spezialisten arbeiten im Labor oder in der Produktion. Beispielsweise entwickeln sie in der industriellen Fertigung neue Entsorgungs- bzw. Produktionsverfahren. Auch bei den Entwicklungen von neuen Anlagen sind sie am Start.

Sie analysieren die Auswirkungen verschiedener Technologien auf die Umwelt und erarbeiten Konzepte, um Energieverbrauch, Wasser und problematische Stoffe zu reduzieren. Gegebenenfalls gestalten sie Produktionsprozesse um und achten bei der Auswahl von Rohstoffen auf Umweltbelastungen. Sie wachen auch darüber, dass Umweltvorschriften eingehalten werden.

Was wäre mit einem Studium?

Chemieingenieure arbeiten fast in allen Branchen der Industrie. Sie können sich spezialisieren, beispielsweise auf Umwelt- und Energieprozesstechnik. Konkret bedeutet das, dass sie industrielle Produkte herstellen, sich dabei aber auch Gedanken zum Umweltschutz und zur Recyclingtechnik machen.

Sie kümmern sich auch um die Entwicklung von nachhaltigen Produktionsverfahren, bei denen weniger Rohstoffe oder weniger Energie genutzt werden muss. Je nachdem, in welcher Branche man genau arbeitet, ist man zum Beispiel am Bau von chemischen Anlagen beteiligt oder entwickelt neue Methoden zur Energiegewinnung aus erneuerbaren Quellen.

Manche Studiengänge enthalten mittlerweile auch das Stichwort „Nachhaltige Chemie“.

Die nachhaltige Chemie beschäftigt sich mit Fragestellungen rund um umweltschonendere chemische Verfahren: Wie können Abfälle vermieden und Energie eingespart werden? Können nachwachsende Rohstoffe an Stelle von fossilen zum Einsatz kommen? Können weniger toxische und umweltbelastende Produkte eingesetzt werden?

Wichtig ist: Ihr macht den Unterschied

Ihr seid die Mitarbeitenden von morgen. Deshalb ist es wichtig, dass ihr euer Nachhaltigkeits-Know-How in die Unternehmen tragt.

Zumal ihr als Chemie-Azubi die Zukunft aktiv gestalten und die Welt ein Stück besser machen könnt. Denn gerade deutsche Qualitäts-Produkte tragen mit ihrer Langlebigkeit zur Schonung unserer Ressourcen bei.

Und auch ihr habt eine Menge davon, in der Chemie-Branche tätig zu sein – denn die Arbeitsbedingungen sind spitze. Auch nach der Ausbildung habt ihr super Übernahmechancen, viele Weiterbildungsmöglichkeiten und gute tarifliche Rahmenbedingungen.

 

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