Berufsanfänger aufgepasst: So sieht der Deutsche Arbeitsmarkt wirklich aus

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Es gibt eine Schieflage zwischen dem in den Medien kommunizierten Fachkräftemangel und der Realität. Warum? Hier findet ihr drei Fakten über den deutschen Arbeitsmarkt und Alternativstrategien von Gastbloggerin Maja Skubella.

Den Fachrkäftemangel an sich gibt es nicht - es gibt eine ungleiche Verteilung: viele interessieren sich für gleichen Berufe und konkurrieren dann um freie Stellen - dafür bleiben Stellen in anderen Berufen leer, weil es keine Bewerber gibt (Foto: Joan

Den Fachkräftemangel an sich gibt es nicht - es gibt eine ungleiche Verteilung: viele interessieren sich für die gleichen Berufe und konkurrieren dann um freie Stellen - dafür bleiben Stellen in anderen Berufen leer, weil es keine Bewerber gibt (Foto: Joanna Kosinska, Stocksnap, CC0, bearbeitet).

Fakt #1 Die Schulabsolventen möchten etwas machen, was nicht gesucht wird

Wenn sich die Berufseinsteiger ihren Traumberuf vorstellen, hat dies häufig nichts mit Technik oder IT zu tun. Viele möchten im Kommunikationsbereich, im kaufmännischen Bereich, bei einem bekannten produzierenden Unternehmen oder einer Stiftung arbeiten.

So entsteht eine Schieflage: 800 Bewerbungen auf eine Kommunikations- oder kaufmännische Stelle sind keine Seltenheit. Technische Bereiche sind für viele Auszubildende nicht so interessant, bis auf den Ausbildungsberuf des Mechatronikers, der zu den zehn beliebtesten Ausbildungsberufen bei Männern gehört.

Viele offene Stellen im Kommunikationsbereich sind in Agenturen angesiedelt. Diese Tätigkeiten sind mit Nebeneffekten verbunden, beispielsweise mit hohem Arbeitsaufkommen bei weniger guter Bezahlung, schlechter Führung oder viel Reisetätigkeit.

Deine Alternativstrategie

Es gibt so viele interessante Ausbildungsberufe und Studiengänge, die nicht so bekannt sind, dafür aber umso mehr Zukunftspotential haben. Die MINT-Branchen (Chemie, Metall und Elektro sowie Maschinenbauer) gehören zu den investitionsstärksten Wirtschaftszweigen und zu einem wichtigen Arbeitgeber in Deutschland. Weißt Du eigentlich wie viele unterschiedliche Betätigungsfelder es in diesem Bereich gibt? Es lohnt sich, einen Blick auf die verschiedenen Ausbildungsberufe und dualen Studiengänge zu werfen.

Bei der Suche nach dem richtigen Beruf bzw. Job ist entscheidend, was wirklich zu Dir passt, was Dich erfüllt. Um das herauszufinden, solltest Du Deine Stärken kennen. Das Buch „Was sind meine Stärken“ von Svenja Hofert ist bei der Suche nach Stärken, nach der Investition in Deine Berufszukunft, sehr hilfreich.

Fakt #2 Es gibt zu wenige Fachkräfte in technischen Berufen und Gesundheitsberufen

Manche Berufseinsteiger schreiben zehn Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz oder einen Job und werden acht Mal eingeladen. Super Quote, allerdings vor allem in technischen und naturwissenschaftlichen Bereichen bzw. im Healthcare-Lifecience – Bereich.

Andere schreiben 100 Bewerbungen und bekommen nur fünf Einladungen. Das betrifft vor allem Kommunikatoren, Marketing-Spezialisten oder kaufmännische Generalisten mit wenig Hightech und Fokussierung. Das liegt daran, dass die Kommunikationsberufe überlaufen sind.

Deine Alternativstrategie

Finger weg von überlaufenen Bereichen. Schau auf Wegen jenseits der bekannten Pfade. Nach dem Motto „Was der Bauer nicht kennt, isst er nicht.“ solltest Du nicht agieren. Es gibt so viele spannende Bereiche zu entdecken. Hole Dir Unterstützung durch einen Bewerbungs- und Studienberater  und frag, bevor Du eine Ausbildung beginnst, ob Du in für Dich interessante Bereiche hineinschnuppern bzw. einen Probetag absolvieren kannst.

Fakt #3 Akademiker konkurrieren mit kaufmännischen Berufen

Es gibt immer mehr Abiturienten und Schüler, die studieren möchten und eine Ausbildung gar nicht in Erwägung ziehen. Problem: Es gibt immer mehr gut ausgebildete Bewerber auf dem Arbeitsmarkt, vor allem Betriebswirtschaftler, Mediengestalter, Medieninformatiker oder Kommunikationsdesigner. Das hat zur Folge, dass Akademiker später auf Assistenzstellen "festsitzen" - es gibt eben weniger Führungsstellen.

Es sei denn, sie stecken Geld und Zeit in ihre Spezialisierung oder sie haben Glück. Auch die Gehaltserwartung muss heruntergeschraubt werden. Das Gehaltsniveau liegt nicht über dem, was Büro- und Industriekaufleute mit zwei bis drei Jahren im Job verdienen.

Deine Alternativstrategie

Werde spezieller und setz´ auf Zukunftsfelder, wie zum Beispiel Berufe wie Chemielaborant, Chemikant oder Chemietechniker. Auch im IT-Bereich ist viel Bewegung. Hier sind die Berufsaussichten gut und  Du hast viele unterschiedliche Betätigungsfelder.

Fakt ist: Du musst nicht zwangsläufig studieren. Generell gilt für Dich: Schärfe Dein Profil und lerne Dein Leben lang neue Dinge dazu, um Dich immer mehr zum Spezialisten zu entwickeln. Und schärfe Deine methodischen und sozialen Kompetenzen.

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