Was wurde aus...der Frau, die ihren Weg geht?

Kategorie: Ausbildung, Rheinland-Pfalz, Chemielaborant(in), Chemische Fabrik Budenheim

Vor fast drei Jahren haben wir die Chemielaborantin Esther Sauer gefragt, wie sie ihr Studium und ihren Job unter einen Hut bringt. Heute haben wir die sie wieder getroffen und herausgefunden, welchen Job sie jetzt hat.

Esther Sauer (ganz rechts) bei der Verleihung ihres Abschlusszeugnisses in Industriechemie (Foto: Sauer).

Esther Sauer (ganz rechts) bei der Verleihung ihres Abschlusszeugnisses in Industriechemie (Foto: Sauer).

Esther Sauer vor drei Jahren im Labor. Damals hatten wir die Chemielaborantin schon für den Blog interviewt (Foto: Budenheim).

Esther Sauer vor drei Jahren im Labor. Damals hatten wir die Chemielaborantin schon für den Blog interviewt (Foto: Budenheim).

Hallo Frau Sauer, vor fast drei Jahren haben Sie in „Eine Frau geht ihren Weg“ verraten, wie Sie die Doppelbelastung meistern: Arbeit als Chemielaborantin und berufsbegleitendes Studium der Industrie-Chemie. Jetzt haben Sie Ihren Bachelor und arbeiten noch immer bei Budenheim.Wie lief das Studium denn?

 „Mit dem Verfassen meiner Bachelorthesis unter dem Titel ‚Entwicklung eines phosphatbasierten Additivs zur Absorption des Sauerstoffes im Kopfraum von Sektflaschen‘ habe ich das Studium in der Regelzeit erfolgreich absolviert und darf mich seitdem Bachelor of Science schimpfen. ;-)“

Viel Arbeit in der Schlussphase des Studiums

„Gerade die intensive letzte Phase ‚Schreiben der Bachelorarbeit‘ war sehr kräftezehrend und hat Einiges von mir abverlangt: Nach einem normalen Arbeitstag habe ich im Labor die notwendigen Versuche durchgeführt und am Wochenende hieß es dann die Ergebnisse auszuwerten und zu dokumentieren. Aber ohne Fleiß kein Preis -  am Ende hält man die ersehnte Urkunde „Bachelor of Science“ in der Hand! :-) “

Nach Ausbildung und Studium noch eine Fortbildung draufgepackt

Und nach dem Studium haben Sie ja nicht aufgehört, zu lernen, sondern noch eine Weiterbildung gemacht.

„Ja, da ich oft in meiner täglichen Arbeit mit Projekten konfrontiert werde, habe ich anschließend beschlossen, direkt noch eine Six Sigma „Green Belt“- Ausbildung zu absolvieren. Dabei sind nicht nur fachliche Kenntnisse erforderlich, auch entsprechende soziale Kompetenzen werden gefragt. Schließlich handelt es sich häufig um Veränderungsprozesse, welche von allen Beteiligten getragen und akzeptiert werden müssen. Während der Projektphase musste ich eng mit der Produktion zusammenarbeiten, was für mich eine tolle neue Erfahrung war. Bisher hatte ich mit der Produktion in den Anlagen wenig Berührungspunkte und hatte mich eher mit Produkten in Labormaßstabsgröße beschäftigt. Nach dem Studium und der Green-Belt-Ausbildung habe ich mir dann endlich etwas Freizeit und Ruhe gegönnt und bin für vier Wochen mit drei Freundinnen nach Australien geflogen.“

Auszeit in Australien – danach warteten neue Aufgaben

Die Pause haben Sie auch verdient. Wo arbeiten Sie jetzt?

„Gegen Ende letzten Jahres wurde mein Abteilung ‚New Business Development‘ umstrukturiert. Für mich tat sich dank meines Studiums die Möglichkeit auf, innerhalb einer neu gegründeten Innovations-Plattform ins Marketing zu schnuppern. Die Plattform funktioniert ähnlich wie ein Start-Up-Unternehmen. Neben der Leitung der Plattform sind die Abteilungen Process Development, R&D (ChemieAzubi: Forschung und Entwicklung) und das Marketing vertreten. Gerne habe ich mich der Herausforderung gestellt und bin vom Labor in den kaufmännischen Sektor gewechselt.“

Von Labor-Analysen zu Marktanalysen

Also sind Sie jetzt im Marketing – können Sie mehr zu Ihren Aufgaben sagen?

„Wir beschäftigen uns mit der Entwicklung neuer Produkte und meine Aufgabe als Marketing-Managerin ist es, den Markt genauestens zu analysieren, was mit einer vielfältigen Recherchearbeit einhergeht. Dabei spielen folgende Stichpunkte eine zentrale Rolle:

  • Marktsegmente
  • Mögliche Applikationsfelder
  • Marktbegleiter und Marktumfeld
  • Vor- und Nachteile unserer Produkte
  • Potentielles Marktvolumen
  • Bedürfnisse des Marktes
  • Businesscases
  • Produktplatzierung
  • Preisbildung“

Vom Labor ins Business – ein ganz schöner Sprung. Sie können bestimmt einige Kenntnisse aus Ihrer Ausbildung und Studium für Ihre neuen Aufgaben gebrauchen.

„Ja, denn betriebswirtschaftlichen Kenntnisse waren Teil des Studiums. Neben Marketing als Vorlesung war ein weiterer Studieninhalt ‚Einführung in die Ökonomie‘. Genau das finde ich ja so toll an dem berufsbegleitenden Studium ‚Industriechemie‘:  es wird ein breites Wissen in den Bereichen Naturwissenschaften und BWL vermittelt. Das lässt einem viele Wahlmöglichkeiten offen, in welche Richtung man entwickeln möchte. Selbstverständlich sind auch weiterhin, innerhalb meiner Marketing-Stelle, meine naturwissenschaftlichen Kenntnisse gefragt. Da es sich in der Plattform um neue Entwicklungen in der Chemie dreht, tauchen immer wieder Fragen zu speziellen chemischen Substanzen auf. Dank meines naturwissenschaftlichen Vorwissens  kann ich viel gezielter recherchieren. Das sehe ich als enormen Vorteil an.“

An neuen Herausforderungen wachsen

Sie sagten, dass Sie nur ins Marketing reinschnuppern. Wie soll es denn weitergehen?

„Wie es weitergehen soll? Eine gute Frage. Ich finde es spannend mal was Neues zu machen, um sich auch neuen Herausforderungen zu stellen und daran zu wachsen.“

Folgt auf den Bachelor der Master…?

„Nein, ein Masterstudiengang kommt nicht in Frage, zumindest nicht berufsbegleitend - dafür war der Bachelor dann doch zu anstrengend. ;-) Aber was ich im Sinn habe, sind Seminare im Bereich Marketing, um hier mein Wissen aus dem Studium zu ergänzen. Ebenfalls wäre von Interesse einen Spanischkurs. Dieser könnte mir in der Kommunikation mit unserer spanischen Tochterfirma weiterhelfen.“

Tipp: rechtzeitig überlegen: Was will man erreichen?

Welche Tipps können Sie Schülern, die jetzt vor der Berufswahl stehen; oder Azubis, die grade neu dabei sind, geben?

„Ich bin nach wie vor von dem Konzept Studium und Ausbildung bzw. Beruf zu kombinieren begeistert, da man das Gelernte praktisch anwenden kann. Auch sammelt man während des Studiums Berufserfahrung, was groß geschrieben wird. Wichtig ist es, dass das Studium und die Uni-Tage mit dem Arbeitgeber abgesprochen sind. Auch kann das Studium ein Teil eines Entwicklungsplanes sein, um sich beispielsweise auf eine Stelle hin zu entwickeln. Man sollte sich somit rechtzeitig überlegen: was will ich mit dem Studium erreichen? Wo will ich später mal landen? Und diese Fragen auch gemeinsam mit seinem Chef und der Personalabteilung bereden.“

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Unternehmensprofil

Budenheim ist ein global tätiges Spezialchemieunternehmen mit Produktionsstätten in Budenheim/Deutschland, Shanghai/China, Monterrey/Mexiko, Columbus/USA, La Zaida und Valencia/Spanien. Mit seinem innovativen Produkt- und Serviceportfolio bietet Budenheim nachhaltige Lösungen für vielfältige Anwendungen. Hierzu zählen die Bereiche Ernährung, Gesundheit, Sicherheit und Ressourcenschonung. In enger Zusammenarbeit mit seinen Kunden entwickelt der Chemiespezialist Lösungen für ein besseres Leben und setzt so die Grundlage für nachhaltige Profitabilität. Budenheim erzielt einen jährlichen Umsatz im dreistelligen Millionenbereich und beschäftigt über 1.200 Mitarbeiter.

Ansprechpartner

Sebastian Sprengler
Personalmarketing
Chemische Fabrik Budenheim KG
Rheinstraße 27
55257 Budenheim
Tel: +49 (6139) 89 864
sebastian.spengler@budenheim.com