Schichtarbeit: "Ich mag die Abwechslung"

Kategorie: Ausbildung, Stories, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Chemikant(in), MiRo

Einsatz rund um die Uhr: Wie Chemie-Mitarbeiter damit umgehen, haben wir heute im Blog. Drei Mitarbeiter aus drei verschiedenen Unternehmen erzählen, wie sie die Schichtarbeit empfinden.

Francesco de Rosa arbeitet seit 15 Jahren beim Chemie-Unternehmen Ineos in Schichtarbeit - hier ist er in einer der Produktionshallen (Foto: Sandro).

Francesco de Rosa arbeitet seit 15 Jahren beim Chemie-Unternehmen Ineos in Schichtarbeit - hier ist er in einer der Produktionshallen (Foto: Sandro).

Arbeiten, auch nachts oder am Wochenende – das kennt Amir Ljatifi gut. Seit 20 Jahren geht der Chemikant bei der Mineralölraffinerie MiRO in Karlsruhe „auf Schicht“. Als Meister führt er ein achtköpfiges Team. Er sagt:

„Mit dem Wechselschichtrhythmus hab ich mich schnell angefreundet. Ich mag die Abwechslung.“

Am Standort mit 1.000 Mitarbeitern betreut der Chemikant eine Benzinveredelungsanlage. Die läuft rund um die Uhr. Je nach Früh-, Spät- oder Nachtschicht beginnt Ljatifi um 6 Uhr, 14 Uhr oder 22 Uhr mit der Arbeit. Die Frühschicht liegt ihm besonders: „Da hab ich was vom Tag und kann Termine wahrnehmen.“ Seine Kollegin Lisa Humm bevorzugt die Spätschicht: „Ich schlafe gerne aus, das kann ich am Folgetag tun.“

Beide haben sich bewusst für die Schichtarbeit entschieden: „Mein Vater hat mir dazu geraten, die Schichtzulage macht das Ganze attraktiv“, sagt Lisa Humm.

Der Anteil der Abend- und Nachtarbeiter steigt

Diese Entscheidung treffen immer mehr Arbeitnehmer: Laut Berufsgenossenschaft Rohstoffe und chemische Industrie leisten in Deutschland 19 Millionen Menschen Schichtarbeit – inklusive Saisonkräfte in Urlaubsregionen und in der Landwirtschaft.

Stört die ungewöhnliche Arbeitszeit Kontakte mit Freunden und Familie?

„Zu meinen Bekannten zählen Chemikanten, Krankenschwestern und Polizisten, denen geht es ebenso“, sagt Humm. Und Hobbys? „Der Gang ins Fitnessstudio ist flexibel planbar“, kontert sie. Bei Amir Ljatifi ist das kniffliger: „Ich hab bis zum Sommer aktiv Fußball gespielt, das erfordert Absprachen mit dem Trainer.“ Stehen wichtige Spiele an, dann tauschen die Kollegen aber ihre Schicht oder lösen ihn früher ab.

Der feste Zusammenhalt der Schichtteams freut auch Francesco de Rosa. Der 36-Jährige arbeitet seit 15 Jahren beim Chemie-Unternehmen Ineos Paraform in Mainz. Dort arbeiten 139 Mitarbeiter. „Ich habe hier gute Freunde gefunden“, sagt er. „Meinen Beruf würde ich niemals tauschen!“

Seine Kollegin, die Schichtführerin Jaqueline Baumgarten, lernte ihren Lebensgefährten bei der Arbeit kennen: „Wir haben zeitlich dieselbe Schicht, das ist ideal.“

Die atypische Arbeitszeit ist für sie Normalität: „Mein Vater ist hier seit 33 Jahren auf Schicht“, erzählt sie. „Kam er an Heiligabend erst später nach Hause, wurde eben auch erst später beschert.“

Manchmal kann der Schichtdienst sogar hilfreich sein

„Mir ermöglicht unser neues Schichtsystem, meine Familie öfter zu sehen“, berichtet zum Beispiel Valentina Blüm, vierfache Mutter, siebenfache Oma und Schichtarbeiterin beim Medizintechnik-Unternehmen Baxter in Hechingen.

Sicher, Schichtdienst ist anstrengend und erfordert eine aktive Freizeitplanung. „Aber arbeiten inzwischen nicht viele flexibel von der Feuerwehr bis zum Einzelhandel?“, fragt de Rosa. „Dann lieber Schicht, da verdient man ordentlich!“ Auch Freischichten oder Zusatzurlaub kommen gut an.

Amir Ljatifi findet noch etwas wichtig:

„Viele arbeiten nachts, Bäcker, Krankenschwestern, Feuerwehr. Wir sollten dankbar sein, dass jeder seinen Beitrag zur Gesellschaft leistet, auch wir in der MiRO. Wir sorgen dafür, dass jederzeit Kraftstoffe an der Tankstelle zur Verfügung stehen.“

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Unternehmensprofil

Die Mineraloelraffinerie Oberrhein in Karlsruhe ist Deutschlands größte Raffinerie und eine der modernsten und leistungsfähigsten Raffinerien in Europa. Bei MiRo veredeln 1.000 Mitarbeiter Rohöl zu hochwertigen Mineralölprodukten wie Benzin, Diesel, Heizöl, Propylen und Bitumen - rund 14 Millionen Tonnen im Jahr. Für den Südwesten Deutschlands ist die MiRO die wichtigste Versorgungsquelle für Mineralölprodukte. Am Standort Karlsruhe bildet die MiRO derzeit 80 Azubis aus.

Ansprechpartner

Nico Flick
Personalentwicklung
Mineraloelraffinerie Oberrhein GmbH & Co. KG
Nördliche Raffineriestraße 1
76187 Karlsruhe