Mit Hand und Kopf begreifen können

Kategorie: Ausbildung, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt, Chemikant(in), Eurecat

„Anschaulichkeit ist das Wichtigste in der Ausbildung“, sagt Tanja Pannier, Chemikantin im 2. Lehrjahr beim Katalysator-Hersteller Eurecat in Bitterfeld-Wolfen. Wer die Arbeiten versteht, hat auch Spaß daran. Die Berufsschule, das Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld und die Kollegen im Werk machen der jungen Frau das Lernen leicht.

Azubine Tanja Pannier an der Anlage, an der die Chemikantin in spe arbeitet (Foto: Rempe).

Azubine Tanja Pannier an der Anlage, an der die Chemikantin in spe arbeitet (Foto: Rempe).

Selbstständig arbeiten, alle Prozesse verstehen und 100-prozentig beherrschen: So stellt sich Tanja Pannier (20) ihr Arbeitsleben vor. Etwa wie aktuell hier an der Regenerationsanlage beim Ausbildungsbetrieb Eurecat Deutschland in Bitterfeld-Wolfen (Sachsen-Anhalt), die von der Chemikantin am Ende des zweiten Lehrjahrs weitgehend alleine gefahren werden kann. „Wir arbeiten hier gerade Katalysatoren aus der Petrochemie auf“, berichtet die junge Frau. Sie beschickt die Anlage, wiegt und füllt Fässer und achtet zudem darauf, dass die Anlage nach den Vorgaben arbeitet.

„Einen Bürojob wollte ich nicht“

Während der chemischen Umwandlung von Rohöl in Benzin, Diesel oder Ausgangsstoffe für die Kunststoffindustrie beispielsweise helfen die Katalysatoren - sulfidierte Stäbchen, Kugeln oder Zylinder aus Metall  -  bei der Beschleunigung von chemischen Reaktionen oder machen sie ertragreicher. Nach einiger Zeit vermindern Ablagerungen von Schmutz, Schwefel oder Stickstoff ihre Leistung. Dann werden sie ausgetauscht – und recycelt.

Tanja Pannier erläutert, wie das funktioniert: „Sie werden in der Anlage durch Erhitzen von den Ablagerungen befreit und durch eine Sulfidierung, also Beschwefelung, wieder für den Einsatz aktiviert.“ Glatt und ohne Stocken kommen ihr die Erklärungen von den Lippen: als hätte sie nie etwas anderes gemacht. Sie liebt diese Arbeit und auch die körperliche Anstrengung, die „gehört halt dazu, einen Bürojob wollte ich nicht“.

Alles wird am Beispiel anschaulich erklärt

Steuern und Überwachen der Produktionsprozesse, Proben nehmen, messen und prüfen, mit Gasen, Laugen und Säuren nach Vorschrift umgehen und dabei helfen, dass  am Ende aus verschiedenen Materialien etwas ganz Neues entsteht: das ist der Job von Chemikanten, und das ist das, was Tanja Pannier an der Arbeit Spaß macht: dabei sein und mitmachen, damit etwas Nützliches entsteht. Auch das Praktische liegt ihr, das, was man mit Kopf und Hand begreifen kann, das vor Ort am Beispiel am besten erklärt und verstanden wird.

Deshalb ist die 20-Jährige auch mit ihrer Lehre glücklich:

„Wir büffeln nicht nur Theorie, alles wird am Beispiel anschaulich erklärt, Fragen sind niemandem lästig.“

Sie werden als das begriffen, was es ist: Interesse, der Wille, zu verstehen und die Arbeit  richtig machen zu können. Das gelte für die eher theoretische Ausbildung in der Berufsschule ebenso wie für die praktische Ausbildung im Bildungszentrum Wolfen-Bitterfeld und im Werk mit seinen 50 Mitarbeitern. „Wenn ich Fragen habe, sind die Kollegen immer für mich da.“

„Verantwortung ist nichts Schlimmes“

Die Zwischenprüfungen in Theorie und Praxis hat die junge Frau mittlerweile mit sehr guten Ergebnissen hinter sich gebracht, sie freut sich sehr auf das dritte Lehrjahr, dass sie überwiegend im Werk verbringen wird. „Endlich“, sagt Tanja Pannier, jetzt kann sie alle möglichen Arbeiten im Betrieb verinnerlichen, immer öfter eigenverantwortlich arbeiten. Ob sie es sich vorstellen kann, sich später einmal weiter zu qualifizieren, zum Meister, oder als Schichtleiter Verantwortung zu übernehmen?  „Vor Verantwortung scheue ich mich nicht“, sagt sie,

„Verantwortung ist nichts Schlimmes, solange man weiß, was man tut“.

Deshalb will sie erstmal die Lehre so gut wie möglich beenden, Erfahrungen sammeln, dann könne man weitersehen.

Kommentare
Keine Kommentare gefunden!
Kommentar verfassen

Unternehmensprofil

Die französisch-amerikanische Unternehmensgruppe Eurecat beschäftigt weltweit 450 Mitarbeiter, Standorte gibt es in den USA, Frankreich, Italien, Singapore, Saudi-Arabien und Indien. Das Unternehmen beschäftigt sich vor allem mit der kundenspezifischen Entwicklung und Veredelung von Industrie-Katalysatoren, zumeist für Kunden aus der Rohöl- und Erdgas-Förderung sowie dem Bereich Weiterverarbeitung petrochemischer Produkte/Substanzen.

Ansprechpartner

Karsten König
Geschäftsführer
Eurecat Deutschland GmbH
TRICAT-Straße
06803 Bitterfeld-Wolfen
Tel: +49 (0)3493 75 910
K.Koenig@eurecat.de