Mit dem Wow-Effekt für Chemie begeistern

Kategorie: Ausbildung, Stories, Baden-Württemberg, Chemielaborant(in), Chemikant(in), Pharmakant(in)

Esra Mandaci ist Wissenschaftspädagogin. Wenn Sie mit der Scienceshow "Chemikant & Co." an eine Schule kommt, sind die Besucher hinterher fit im Beantworten von schwierigen Fragen. Und: Sie haben eine ziemlich genaue Vorstellung davon, ob ihnen der Beruf Chemielaborant oder Chemikant liegen würde.

Esra Mandaci zeigt auf unterhaltsame und spannende Art die Vielfalt und den Nutzen der Berufe in der chemischen Industrie. (Foto: Joachim Lerch/Förderverein Science und Technologie)

Esra Mandaci zeigt auf unterhaltsame und spannende Art die Vielfalt und den Nutzen der Berufe in der chemischen Industrie. (Foto: Joachim Lerch/Förderverein Science und Technologie)

Auf der Bühne können die Teilnehmer der Show selbst Hand an legen. Dabei lernen sie, wie Berufe in der Chemie aussehen.

Auf der Bühne können die Teilnehmer der Show selbst Hand an legen. Dabei lernen sie, wie Berufe in der Chemie aussehen. (Foto: Joachim Lerch/Förderverein Science und Technologie)

Konzentriert drückt Laura (14) mit einer Pipette einen Tropfen Blut in einen Kolben mit weißlichem Waschmittel-Gemisch. Und staunt: Plötzlich leuchtet es blau!

Ein Raunen geht durchs Klassenzimmer der Grund- und Werkrealschule (GWS) Villingendorf: Dort ist heute die Science Show „Chemikant & Co.“ zu Gast. Des Rätsels Lösung: Die Mixtur im Kolben enthält auch Luminol. Der chemische Stoff weist kleinste, nicht sichtbare Spuren von Blut nach. Die blaue Lichterscheinung (Lumineszenz) entsteht, wenn Luminol mit den Substanzen im Waschmittel, unter anderem Bleichmittel, reagiert – und dazu auf Blut trifft.

„Das Eisen im Blut wirkt als Katalysator und schubst die Reaktion an“, erklärt Wissenschaftspädagogin Esra Mandaci vom Förderverein „Science & Technologie“ in Teningen das Prinzip. Mit einer Luminol-Reaktion kann die Polizei deshalb Blutspuren an Tatorten nachweisen.

Science-Show für Schülerinnen und Schüler

Mandaci führt zusammen mit Kollegin Christiane Rohrer durch die einstündige Show. Deren Ziel ist: Die Schüler für Naturwissenschaften begeistern und gleich mal passende Jobs in der Chemie-Branche vorstellen. „Oft wissen die Schüler nicht, welche Berufe es gibt“, sagt Mandaci, „was zum Beispiel ein Chemikant oder Chemielaborant macht.“ Verständlich wird es, wenn Mandaci und ihre Kollegin im Klassenzimmer eine Produktionsanlage im Kleinformat aufbauen. Daran zeigen sie, wie Chemikanten zum Beispiel die Temperaturen von Produkten messen oder deren pH-Wert bestimmen.

Wissenschaftspädagogin mit Leidenschaft

Auf die Idee, Wissenschaftspädagogin zu werden, ist Esra Mandaci durch einen Nebenjob während des Biologiestudiums gekommen. Damals ging sie an die Schulen, um mit Schülern Klimawandelprojekte durchzuführen. Das Interesse der Jugendlichen hat Mandaci sofort begeistert. „Viele waren froh, dem trockenen Frontalunterricht zu entkommen und selbst Ideen zu entwickeln und kreativ Problemlösungen zu finden“.

Nach einigen Jahren als Biologin in verschiedenen Branchen, entschied sie sich, im Bereich Bildung  zu arbeiten. „Ich erwarb eine Zusatzqualifikation in Naturpädagogik und fand dann meine Stelle beim Förderverein. Ich war sofort überzeugt von dem Konzept, an Schulen zu fahren und zu zeigen wie ein Wissenschaftler arbeitet, wie er Lösungen für Probleme findet oder sich am Arbeitsplatz verhält“.

Die Natur verstehen

Für Mandaci ist es ebenfalls wichtig, dass Kinder ihre Umwelt und die dazugehörigen Naturphänomene verstehen. Dass sie selbst für die Schüler ein Vorbild ist, war ihr lange nicht bewusst. „Kindern und Jugendlichen wird oft viel zu früh eingeredet, dass es Frauen- und Männerberufe gibt. Wir thematisieren das zwar nie in unseren Shows, hoffen aber, dass auch junge Mädchen dadurch motiviert werden, sich für einen MINT-Beruf zu entscheiden. Auch in Labormantel und Schutzbrille kann man schick aussehen".

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