Ein Gerber auf Reisen

Kategorie: Ausbildung, Fachkraft - Lederherstellung und Gerbereitechnik, Zschimmer & Schwarz

Internationale Erfahrung – das ist etwas, das man eher mit Manager-Posten in Konzernen in Verbindung bringt. Das ist eine etwas verkürzte Sicht. Viele Chemieunternehmen, oft kleine und mittelständische Firmen, unterhalten Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten und Kunden im Ausland oder haben dort eigene Standorte. Da wird auf vielen Ebenen zusammen gearbeitet. Wie so etwas konkret aussieht, erzählt Cem, der für seinen Arbeitgeber drei Monate in der Ferne unterwegs war.

Cem Karabulut in der Versuchsgerberei in Lahnstein. An der Stollmaschine wird das Leder nach der Trocknung weicher und beweglicher gemacht (Walken oder Millen). Nach dem Trocknen liegen die Fasern im Leder "in der gleichen Richtung". Am Stollen werden die

Cem Karabulut in der Versuchsgerberei in Lahnstein. An der Stollmaschine wird das Leder nach der Trocknung weicher und beweglicher gemacht (Walken oder Millen). Nach dem Trocknen liegen die Fasern im Leder "in der gleichen Richtung". Am Stollen werden die Fasern gelockert. (Foto: Zschimmer und Schwarz).

Für drei Monate war er in Weißrussland unterwegs, um als Gerber Auslandserfahrung zu sammeln (Foto: Zschimmer und Schwarz).

Für drei Monate war er in Weißrussland unterwegs, um als Gerber Auslandserfahrung zu sammeln (Foto: Zschimmer und Schwarz).

Auch mit einer Ausbildung kann man – nein: macht man Auslandserfahrung! Der beste Beweis ist Cem Karabulut, der bei Zschimmer & Schwarz in Lahnstein arbeitet. Für den Hersteller von chemischen Hilfsmitteln und Spezialitäten war Cem drei Monate in Weißrussland unterwegs.

"Dieser Arbeitsaufenthalt im Ausland war mein erster. Es war eine tolle Erfahrung", sagt er dem Chemie-Azubi. Cem ist von Beruf Gerber. Das ist ein außergewöhnlicher Beruf, den kaum einer kennt. Auf dem Blog haben wir diesen Beruf schon vorgestellt. Cem hat während seines Auslands-Traineeships in Bobruisk in einer Gerberei gearbeitet. Die Stadt ist ein wichtiger Industriestandort in Weißrussland. Die ansässige Leder-Industrie beliefert viele Kunden in Europa. Ideal, um dort als Gerber zu arbeiten.

Viel fachlich gelernt – und die Sprachkenntnisse verbessert

"Meine Aufgaben waren das Mitarbeiten und Lernen der Arbeiten in allen Abteilungen der Gerberei. Ich habe die kompletten Schritte der Lederherstellung mitverfolgt: von der Rohhaut bis zum Fertigleder. Außerdem habe ich, durch die Arbeit mit den Kollegen und Kolleginnen, meine Sprachkenntnisse sowohl für den Alltag als auch für den Beruf verbessern können",

erklärt Cem. Seine Erfahrungen und gesammeltes Wissen setzt er nun bei Zschimmer & Schwarz ein.

Aber wie kommt man in der Fremde zurecht?

Fremdes Land, fremde Sprache, fremde Kultur – das ist bestimmt nicht einfach. Zumal man dort auch arbeiten und etwas leisten muss. Für Cem war das kein Problem – er ist motiviert und zuversichtlich an die neuen Aufgaben herangegangen. Und er hatte Recht, denn:

"Obwohl es ein fremdes Land und eine neue Kultur für mich war, bin ich sehr gut zurechtgekommen. Die Kommunikation wurde innerhalb der drei Monate von Tag zu Tag immer besser und flüssiger."

Zuerst hieß es lernen

Schon in Deutschland hat Cem sich intensiv vorbereitet. Susanne Klothen, die Ausbildungsleiterin von Zschimmer & Schwarz, erklärt: "Wir haben für ihn für die Dauer von fast fünf Monaten eine russische Pädagogin eingestellt, die mit ihm zweimal wöchentlich für jeweils drei Stunden Sprachunterricht und ein interkulturelles Training absolvierte. Cem wurde für die Dauer des Unterrichts bezahlt freigestellt. Selbstverständlich hat er sich auch mit seinen Kollegen über deren Erlebnisse ausgetauscht und wertvolle Hinweise erhalten."

Tolle Erfahrung, die jeder machen sollte

"Die Reise war für mich eine der tollsten Erfahrungen, die ich je machen durfte. Jeder sollte so eine Möglichkeit nutzen, wenn ihm oder ihr so etwas ermöglicht werden kann. Neben der sehr guten Arbeit in der Gerberei, habe ich eine interessante Kultur kennengelernt. Die Menschen in Weißrussland sind sehr herzlich, nett und hilfsbereit, was mir den Aufenthalt sehr erleichtert hat. Ich würde immer wieder gerne reisen und neue Kulturen kennenlernen."

Das Lernen endet nicht mit dem Berufsabschluss

Auch für Zschimmer & Schwarz war es wichtig, dass ihr Mitarbeiter im Ausland eingesetzt wird. Susanne Klothen sagt: "Das Lernen endet nicht mit dem Abschluss der Berufsausbildung. Daher sollte Cem eigene Erfahrungen in einer großen Gerberei sammeln. Ähnlich, wie es in anderen Handwerksberufen üblich ist, nach dem Erhalt des Gesellenbriefs `auf die Walz` zu gehen, sollte Cem seinen Tätigkeitshorizont erweitern. Als besondere Herausforderung haben wir uns  für einen fremden Kulturkreis entschieden. Unsere Lederspezialisten sind weltweit bei unseren Kunden im Einsatz. Die Zusatzqualifikation einer weiteren Fremdsprache ist uns sehr wichtig."

BOCK AUF LEDER? WERDE GERBER.

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Unternehmensprofil

Zschimmer & Schwarz ist in Familienbesitz und hat seinen Hauptsitz in Lahnstein. Das Unternehmen ist ein Lieferant von chemischen Hilfsmitteln und Spezialitäten für die Kosmetik- und Reinigungsmittel-, Leder-, Keramik-, Textil- und Faserindustrie sowie von Phosphonaten.

Ansprechpartner

Clemens Wilhelm
Clemens Wilhelm
Zschimmer & Schwarz GmbH & Co. KG
Max-Schwarz-Straße 3-5
56112 Lahnstein
Tel: +49 (0) 2621 12-397
c.wilhelm@zschimmer-schwarz.com