Probleme in der Ausbildung – an wen wenden?

Kategorie: Stories

Liebeskummer, Stress in der Schule, Streit mit den Eltern. Es gibt Zeiten, in denen läuft es nicht so gut. Manchmal kann man sich dann nicht mehr voll auf die Ausbildung konzentrieren. Was kann man dann tun und an wen kann man sich wenden? Wir haben zwei Ausbilder gefragt, was passiert, wenn Azubis von Sorgen gequält werden. Und wir haben Tipps gesammelt, was man tun kann, wenn es Probleme gibt.

Probleme in der Ausbildung – an wen wenden?

Wenn es nicht rund läuft, schlägt das auf die Stimmung (Foto: Shannon Pat Pilon, flickr, CC BY 2.0).

Probleme in der Ausbildung

Es gibt Zeiten, da läuft es einfach nicht. Sich dann auf das Lernen in der Schule und im Betrieb zu konzentrieren, ist schwer. Die Laune sinkt und das Motivationslevel ist gleich null. Natürlich merken das auch die Ausbilder und Ausbildungsbetreuer (ABBs), die mit Ihnen im Betrieb zusammen arbeiten.

Was der häufigste Grund für Probleme der Azubis?

  • Liebeskummer
  • Stress mit den Eltern
  • Überforderung im Betrieb oder der Berufsschule oder im Umfeld
  • Erkrankungen von wichtigen Personen

Das ergab eine Kurz-Umfrage in den Ausbildungsbetrieben.

Zuallererst sollte man das Gespräch mit den Ausbildern, dem ABB oder dem Ausbildungsleiter suchen. Wer denkt, dass seine Probleme nicht gehört werden, irrt. Viele Ausbilder haben Verständnis für die Probleme und können mir ihrer Erfahrung weiterhelfen. Es ist unwahrscheinlich, dass man der Einzige oder Die Einzige mit diesen Problemen ist. „Jeder Azubi kann sich zu jeder Zeit bei uns melden“, sagt eine Personalerin dem Chemie-Azubi. Wer sich also öffnet, dem kann der ABB helfen.

Reden erleichtert

Das bestätigt auch ein Leiter der technischen Ausbildung in einem anderen Chemie-Unternehmen. Er hat dem Chemie-Azubi verraten, was er macht, wenn es einem Azubi nicht gut geht:

„Wenn ich bei unseren Auszubildenden durch irgendwelche Veränderungen merke, dass es ihm nicht gut geht, spreche ich ihn direkt darauf an. Ich setze mich mit ihm in einen Rückzugsraum und gebe ihm ein Feedback über meine Beobachtung. Dabei merke ich oft, dass der Azubi erleichtert ist, dass er mit jemanden darüber reden kann. Ich habe Verständnis für die Azubis. Im Anschluss versuche ich, Lösungswege aus der unglücklichen Situation zu zeigen. Ich biete immer meine Hilfe durch Gespräche an.“

Wenn man Stress zu Hause hat, kann den Ausbilder auch bitten, mit den Eltern zu sprechen. „Wir bieten es an, mit seinen Eltern zu sprechen. Die mache ich aber nur mit seiner Einwilligung“, sagt der Ausbildungsleiter.

Durchhalten – es wird wieder besser

Auf keinen Fall sollte man sich bei Problemen entmutigen lassen.  Das sehen auch die ABBs so: „Um den Azubi wieder aufzubauen, bringe ich ihm Beispiele, bei der er es auch geschafft hat Probleme zu bewältigen. Aus den eigenen Erfolgserlebnissen bekommt er meistens wieder eine positivere Einstellung.“ Und die ist wichtig. Wer glaubt, dass er es schaffen kann, geht viel optimistischer an die Lösung seiner Probleme heran. Das ist die halbe Miete.

Manche Ausbildungsverantwortlichen stehen den Azubis auch außerhalb des Unternehmens zur Verfügung. „Ich mache es so, dass ich allen Azubis meine persönliche Handynummer gegeben habe, damit ganz spezielle Probleme auch außerhalb der Firma besprochen werden können. Oft besteht innerhalb der Firma eine gewisse Scheu“, sagt die Personalerin. Das ist ein toller Einsatz.

Tipps für Azubis wenn es mal Probleme gibt

  • Auf jeden Fall über seine Probleme sprechen; mit den anderen Azubis, oder dem ABB, einer Vertrauensperson im Betrieb o.ä.
  • Durchhalten und nicht verzweifeln – es geht eben nicht immer alles glatt.
  • Sich die positiven Dinge bewusst machen und sich an schöne Dinge und Erfolge (gern auch in der Ausbildung) erinnern.
  • Sich mit Dingen, die man gerne macht, ablenken.
  • Seine Hobbys und den Sport, die man vor der Ausbildung hatte/den man gemacht hat, nicht aufgeben.

An wen kann man sich noch wenden?

Angenommen, Sie möchten sich nicht an Ihren Ausbilder wenden. Dann können Sie sich hier Hilfe holen:

  • Im Betrieb an eine Vertrauensperson, die Personalabteilung oder den Personalrat. Vielleicht gibt es sogar unter den Azubis eine Vertrauensperson.

Außerhalb des Betriebs:

  • Azubis können mit dem Einverständnis ihres Betriebs bei der Agentur für Arbeit ausbildungsbegleitende Hilfen anfordern. Dann erhalten sie kostenlosen Nachhilfeunterricht.
  • VerA steht für „Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen“. Das Programm kommt vom  Bundesbildungsministerium. Azubis bekommen Ausbildungsbegleiter, die ihnen helfen, ihre Probleme zu lösen.
  • Die IHKs haben vielleicht auch Ansprechpartner. Die IHK Pfalz hat hier viele Informationen rund um Konflikte im Betrieb, Vermittlung bei Streitigkeiten oder Problemen in der Berufsschule. Auch die IHK Koblenz hat auf ihrer Homepage Informationen.
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