Frühlingsduft aus chemischer Sicht erklärt

Kategorie: Stories, Thüringen

Was steckt hinter dem berühmten Frühlingsduft? Und warum spricht er uns so an? Dahinter stecken Duftmoleküle. Heute geht es im Blog also wieder um Chemie im Alltag, konkret um Düfte und Aromen aus chemischer Sicht.

Mit jedem Atemzug gelangen Millionen von Duftmolekülen in unsere Nase. Deren 350 Riechrezeptoren geben permanent elektrische Signale an das Gehirn. Das Gehirn wertet jeden Geruch aus und speichert ihn ab, inklusive der Bilder und Emotionen, die damit im Zusammenhang stehen. Riechen wir diesen Duft erneut, bringen wir ihn mit der abgespeicherten Stimmung in Verbindung.

Warum sorgt der Duft für gute Laune?

Weil wir den Frühling in der Regel mit etwas Schönem verbinden, versetzt sein Duft uns in Frühlingslaune. Naja, außer vielleicht die Allergiker. Wer unter Heuschnupfen leidet, verbindet den Frühling mit seinem Pollenflug mit juckende Augen oder starkes Niesen. Deshalb können Allergiker den Frühling meist gar nicht gut riechen.;-)

Geschmack- und Geruchsinn = chemische Sinne

Wir bringen Düfte mit Situationen in Zusammenhang – ob der Duft der Plätzchen an Weihnachten oder der Geruch in der Zahnarztpraxis. Und obwohl wir mit unserem Geschmacksinn nur fünf verschiedene Arten (süß, sauer, bitter, salzig und unami) unterscheiden können, nehmen wir dank unseres Geruchsinns viel mehr Geschmäcker wahr.

Denn in der Nasenschleimhaut sind 10 Millionen Sinneszellen. Damit können wir gemeinsam mit unserem Geschmacksinn mehrere Tausend verschiedene Gerüche erkennen.

Zuständig für den Geschmack sind Stoffe, die sich im Speichel bzw. in dem Feuchtigkeitsfilm der Nasenschleimhaut lösen. Der Geschmacks- und Geruchsinn sind "chemische Sinne".

Vom Geruch zum Aroma

Wier funktioniert ein Aroma? Chemische Stoffe lösen einen Reiz an den Riechzellen aus, wenn sie leicht in die Gasphase übertreten können. Man spricht dann von flüchtig. Ein hydrophober Molekülteil, der Wasser abstößt, sorgt dafür, dass sie sich in unpolare Stoffe lösen. Gleichzeitig wird eine polare Komponente benötigt. Diese sind dafür zuständig, dass die Duftstoffe auf die Rezeptoren wirken. Wird eine angenehme Geruchs- und Geschmackswahrnehmung assoziiert, spricht man von einem Aromastoff. Mehr ist im Video erklärt.

*Edit 22.03.2017*

Ein Hinweis zum Video: Aromastoffe sind nicht automatisch Aromaten, auch wenn der Name "Aromat" sich auf den speziellen Geruch bezieht. Ein gutes Beispiel sind Hetero-Aromaten wie Pyridin oder Thiophen. Unter den Aroma-Stoffen sind die Terpene (Limonen, Carvon etc.) und auch die Ester bedeutender. Danke an Marco für den Hinweis.

Kommentare
  • Stefanie
    22. März 2017 um 11:11 Uhr
    Hallo Marco,

    danke für den Hinweis. Stimmt, die Info ist wichtig. Ich habe einen Hinweis vor das Video gesetzt.

    VGs Stefanie
  • Marco
    22. März 2017 um 10:10 Uhr
    Aromastoffe sind nicht automatisch Aromaten, auch wenn der Name "Aromat" sich schon auf den speziellen Geruch bezieht. Ein gutes Beispiel sind Hetero-Aromaten wie Pyridin oder Thiophen, die (gelinde) gesagt sehr unangenehm riechen.
    Unter den Aroma-Stoffen sind die Terpene (Limonen, Carvon etc.) und auch die Ester weitaus bedeutender.
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