Stärken und Schwächen im Bewerbungsgespräch - Beispiele und Antworten

Kategorie: Rheinland-Pfalz, Stories

Jedes Vorstellungsgespräch folgt einem Ritual. Eines davon ist die Frage nach den persönlichen Stärken und Schwächen. Besonders Schüler, die sich für eine Ausbildung bewerben, antworten häufig mit gelernten Floskeln. Wie Du Fehler bei Fragen nach Stärken und Schwächen im Bewerbungsgespräch vermeiden kannst, zeigen wir in diesem Blogbeitrag.

 

Vorstellungsgespräch - Stärken und Schwächen

Nicht jeder gibt gern seine Schwächen zu... (Foto: gratisography, CC0)

Schwächen im Bewerbungsgespräch

„Nennen Sie uns doch eine Ihrer größten Schwächen.“ – Die Frage nach den Schwächen und Stärken ist fester Bestandteil eines Bewerbungsgespräches. Und doch passiert es vielen Bewerbern, dass an dieser Stelle das Gefühl der Unsicherheit plötzlich zunimmt. Die bestehende Nervosität steigt und passende Antworten werden unter Anspannung gesucht. Wer hier nicht aufpasst, verfällt gern in Floskeln oder Standards. Und genau das ist der Fehler.

"Welche Schwächen haben Sie?"

Über eigene Schwächen zu reden, wird meist als peinlich und unangenehm empfunden. Die klassische Reaktion darauf ist ausweichend zu antworten. Oder es werden Floskeln genannt, die vermeintliche Schwächen als Stärken tarnen sollen. Zu den häufigsten Antworten zählen:

  • Ich bin zu ungeduldig
  • Ich bin ein Perfektionist
  • Ich mache keine Pausen und arbeite zu hart

Diese vorhersehrbaren Schwächen-Beispiele, wie Ungeduld, Ordnungswahn und mehr sind nicht nur einfach ideenlose Floskeln, die eine peinliche Situation überspielen sollen. Sie zeigen dem Personaler auch, dass der Bewerber nicht offen mit der Frage umgehen kann. Und das ist der Fehler.

Dass Du zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen wurdest zeigt, dass der Betrieb an Dir interessiert ist. Ob und wie Du für die Ausbildung qualifiziert bist, hat der Personaler längst Deiner Bewerbung entnommen.

Warum kommt die Frage nach den Schwächen?

Warum kommt im Bewerbungsgespräch die Frage nach den Schwächen? Deine Antwort gibt Aufschluss darüber, wie selbstkritisch Du bist. Das ist eine wichtige Eigenschaft in der Berufswelt, in der Du Dich fachlich und persönlich weiterentwickelst.

Es ist für Dich zielführender, offen und konstruktiv mit der eigenen Schwäche umzugehen. Was bedeutet das? Ganz einfach. Spreche Deine Schwäche offen an und mache deutlich, dass Du daran arbeitest. Damit zeigst Du Deinem Gegenüber, dass Du offen mit Deinen Schwächen umgehst und Du zeigst Problemlösungskompetenz.

Schwächen - Beispiele und Antworten

Ein Beispiel zur Arbeitsorganisation:

Ich lasse mich gerne ablenken und probiere neue Sachen aus. Dabei verliere ich meine eigentliche Aufgabe aus dem Blick. Aber ich arbeite daran mit To-Do-Listen und ich setze mir Ziele, die ich auch überprüfe.

Absolutes No-Go sind obercoole und witzige Antworten auf die Schwächen-Frage, wie beispielweise Autos, Shoppen oder Süßigkeiten. Ebenso sollte die Beichte vermieden werden, indem Du alles erzählst, was Dich gerade bewegt. 1 bis 2 Schwächen reichen im Bewerbungsgespräch locker aus.

Schwächen im Vorstellungsgespräch

"Welche Stärken haben Sie?" Deine Antworten auf die Stärken-Frage sollte ebenfalls überlegt sein. Denn auch hier treffen die Personaler häufig leere Sprechblasen an:

  • Ich kann gut mit Menschen umgehen
  • Ich bin sehr flexibel
  • Ich bin der Helfer-Typ

Auf der anderen Seite solltest Du es nicht übertreiben. Denn wer in der Schule mit HTML oder JAVA-Script programmiert hat oder mit Photoshop die Urlaubsbilder verschönern konnte, ist nicht gleich fortgeschrittener Webdeveloper oder Grafikdesigner.

Aber: Jeder Mensch hat mindestens ein Talent, das ihn ausmacht. Eine Stärke, aus der er oder sie etwas machen kann. Mit Menschen gut umgehen zu können oder flexibel zu sein, ist keine Stärke. Es ist eine Notwendigkeit in unserer heutigen Gesellschaft.

Tipps für Deine Stärken-Schwächen-Vorbereitung

Bei der Angabe von Stärken und Schwächen solltest Du darauf achten, dass diese zur ausgeschriebenen Stelle passen. Entwickle ein Gefühl dafür, wie Du diese Fragen so beantworten kannst, dass sie im Rahmen der Stellenbeschreibung auch passen. Es gibt keine Muster-Antworten auf die Stärken-Schwächen-Fragen. Du musst diese individuell beantworten – zugeschnitten auf Dich und die Stelle, auf die Du Dich beworben hast. Wie stellst Du den Bezug zum Arbeitsalltag her?

Stärken-und-Schwächen-Liste

Es gibt einige Online-Tests, die analysieren, wo Deine Stärken und Schwächen liegen. Wenn Du die nicht nutzen willst, dann erstelle eine Stärken-und-Schwächen-Liste. Bitte Deinen besten Freund oder Deine beste Freundin, Dich zu beschreiben. Das geht auch mit den Eltern.

Dann gleiche die Schwächen und Stärken in der Liste ab und erhalte so ein Bild darüber, wie Du Dich siehst und wie andere Dich sehen.

Nimm nun die Stärken-und-Schwächen-Liste und lege sie neben die Stellenbeschreibung. Prüfe, welche Stärken und Schwächen Du nennen kannst, die zum Stellenprofil passen. Suche Dir konkrete Beispiele heraus, um Deine Stärken und Schwächen zu beschreiben. So überzeugst Du den Personaler besser, als mit leeren Worthülsen.

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